Rentenvorschläge: Mittelstandsunion warnt vor Aus für Minijobs

Datum26.06.2026 16:52

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Mittelstandsunion in Schleswig-Holstein kritisiert die geplante Abschaffung von Minijobs. Laut Landesvorsitzendem Stefan Lange basiere die Debatte auf falschen Annahmen. Die meisten Minijobber seien anderweitig sozial abgesichert. Minijobs seien wichtig für die Flexibilität des Arbeitsmarktes und die Abschaffung würde mittelständische Unternehmen stark belasten und zu Personalengpässen führen. Statt ideologischer Eingriffe müsse die Regierung gemeinsam mit der Wirtschaft Lösungen zur Stabilisierung der Sosialsicherungssysteme entwickeln.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Rentenvorschläge“. Lesen Sie jetzt „Mittelstandsunion warnt vor Aus für Minijobs“. Schleswig-Holsteins Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT), der Wirtschaftsflügel der CDU, sieht eine geplante Abschaffung von Minijobs in der deutschen Wirtschaft kritisch. "Die Debatte wird auf Grundlage falscher Annahmen geführt", sagte der Landesvorsitzende des MIT in Schleswig-Holstein, Stefan Lange. Von den rund sieben Millionen geringfügig Beschäftigten arbeiteten nur ein kleiner Teil ausschließlich in einem Minijob.  Die meisten hätten bereits einen sozialversicherungspflichtigen Hauptberuf, befänden sich in Ausbildung oder Studium oder seien anderweitig sozial abgesichert. "Die häufig behauptete Schutzlücke existiert in dieser Größenordnung schlicht nicht", erklärte Lange. Stattdessen seien Minijobs ein unverzichtbarer Bestandteil eines flexiblen Arbeitsmarktes.  Daher würden die Vorschläge der Rentenkommissionen bei Minijob insbesondere mittelständische Unternehmen, das Gastgewerbe, den Tourismus, den Einzelhandel sowie zahlreiche Dienstleistungsbetriebe "massiv belasten". Lange betonte: "Eine Abschaffung würde zu erheblichen Personalengpässen führen und zahlreiche Betriebe vor existenzielle Herausforderungen stellen." Das Aus für Minijobs mit einem Verdienst von bis zu 603 Euro im Monat ist Teil der Kommissionsvorschläge für eine Rentenreform der schwarz-roten Koalition. "Wer glaubt, diese Arbeitsplätze ließen sich problemlos in sozialversicherungspflichtige Voll- oder Teilzeitstellen umwandeln, verkennt die Realität in unseren Betrieben", so der Landesvorsitzende. Viele Beschäftigte entschieden sich ganz bewusst für diese Art der flexiblen Arbeit. Lange sagte, die Bundesregierung solle "ideologisch motivierte Eingriffe" in den Arbeitsmarkt unterlassen und stattdessen gemeinsam mit der Wirtschaft Lösungen entwickeln, um die sozialen Sicherungssysteme zu stabilisieren. "Wer das Rentensystem dauerhaft stärken will, darf nicht gleichzeitig funktionierende Strukturen auf dem Arbeitsmarkt zerstören", betonte er. Die Abschaffung der Minijobs würde dem Wirtschaftsstandort Deutschland erheblich mehr schaden, als sie der Rentenversicherung je nutzen könnte, so Lange. © dpa-infocom, dpa:260626-930-290907/1