Datum26.06.2026 15:59
Quellewww.zeit.de
TLDRMercedes-Benz plant, Kosten durch Effizienzsteigerungen zu senken. Der Vorstand fordert, dass Mitarbeiter bei gleichem Gehalt mehr arbeiten, um die Produktivität zu erhöhen. Als Gründe werden Überkapazitäten und ein höherer Krankenstand in Deutschland genannt. Eine geplante Sonderzahlung wird verschoben und einige Funktionen ins Ausland verlagert. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
InhaltDer Mercedes-Vorstand will "Prozesse radikal beschleunigen", also: Kosten sparen. Dass die Mitarbeiter die Pläne mittragen, sei eine Sache der Fairness, heißt es. Der Stuttgarter Autohersteller Mercedes-Benz hat seiner Belegschaft deutliche finanzielle Einschnitte angekündigt. Man werde "Prozesse radikal beschleunigen" und "gewachsene Strukturen verschlanken", heißt es in einem an alle Mitarbeiter in Deutschland verschickten Brief des Vorstands, der den Nachrichtenagenturen Reuters und dpa vorliegt. Als Begründung führt der Vorstand unter anderem eine Überkapazität in den deutschen Werken an, zudem sei der Krankenstand "teils um ein Vielfaches höher" als im Ausland. Die Arbeitsstunde müsse deswegen "günstiger werden" – in Entwicklung, Vertrieb, Verwaltung und Produktion. Der "direkteste" und "in unseren Augen fairste Weg" dafür sei: "Wir sollten in allen Bereichen für das gleiche Geld mehr arbeiten", schreiben Vorstandschef Ola Källenius und seine Kollegen. Mercedes-Aufsichtsratschef Martin Brudermüller hatte kürzlich bereits eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche angeregt. Als Sofortmaßnahme wird dem Schreiben zufolge eine Sonderzahlung "zunächst" auf 2027 verschoben, die 18,4 Prozent eines Monatsverdienstes ausmacht und eigentlich im Juli ausgezahlt werden sollte. Zudem sollten einige Produkte und Verwaltungsfunktionen ins Ausland verlagert werden, "um den Erfolg des Unternehmens langfristig zu sichern". Bisher arbeiten zwei Drittel der Belegschaft in Deutschland. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.