Datum26.06.2026 15:03
Quellewww.spiegel.de
TLDRVier Personen wurden im Prozess um die tödliche Insektizidvergiftung einer Hamburger Familie in Istanbul zu langen Haftstrafen verurteilt. Der Hotelbetreiber erhielt 13 Jahre und 4 Monate, der Inhaber der Schädlingsbekämpfungsfirma und sein Sohn 18 Jahre, und ein Mitarbeiter 12 Jahre und 2 Monate. Ihnen wurde "bewusste fahrlässige Tötung" vorgeworfen. Zwei Rezeptionisten wurden freigesprochen. Die Familie starb im November nach einem Hotelaufenthalt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
InhaltEine Hamburger Familie starb im vergangenen Jahr in Istanbul nach einer Vergiftung mit Insektiziden. Die Verantwortlichen sind nun zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Im Prozess nach dem Tod einer vierköpfigen Familie aus Hamburg, die im Türkeiurlaub mit Insektiziden vergiftet wurde, hat das Istanbuler Gericht Caglayan vier der sechs Angeklagten schuldig gesprochen und hohe Haftstrafen verhängt. Der Betreiber des Hotels wurde zu 13 Jahren und 4 Monaten Haft verurteilt. Der Inhaber der Schädlingsbekämpfungsfirma bekam eine 18-jährige Haftstrafe, ebenso sein Sohn. Ein Mitarbeiter der Firma wurde zu 12 Jahren und 2 Monaten verurteilt. Als Grund nannte der Richter "bewusste fahrlässige Tötung". Die angeklagten Rezeptionisten wurden freigesprochen. Der Anwalt der Familie, Yasar Balci, hatte eine Bestrafung wegen vorsätzlicher Tötung gefordert. Die Anwälte der Angeklagten plädierten auf Freispruch.Der Bruder des verstorbenen Vaters sagte der Nachrichtenagentur dpa, er empfinde 18 Jahre als eine "gerechte Strafe". Das Urteil ist bisher nicht rechtskräftig, die Verurteilten können noch in Berufung gehen. Vater, Mutter und die zwei kleinen Kinder aus Hamburg waren Mitte November im Istanbul-Urlaub mit Beschwerden wie Erbrechen und Übelkeit ins Krankenhaus eingeliefert worden und gestorben. Zunächst hatten die Behörden eine Lebensmittelvergiftung vermutet. Todesursache war jedoch eine Vergiftung durch ein im Hotel verwendetes Insektizid zur Schädlingsbekämpfung, wie ein Gutachten später feststellte. In Kürze mehr bei SPIEGEL.de