Störung bei der Deutschen Bahn: Bahn will Funksystem künftig nur noch zwischen 0 und 4 Uhr warten

Datum26.06.2026 14:43

Quellewww.zeit.de

TLDREine Softwarepanne im Bahnfunksystem GSM-R verursachte am Dienstag einen bundesweiten Stillstand des Zugverkehrs. Ein nicht gemeldeter Fehler führte zur Deaktivierung des Sicherheitssystems, was einen manuellen Eingriff erforderte. Die Deutsche Bahn plant, künftige Wartungsarbeiten auf die späte Nachtstunde (0-4 Uhr) zu beschränken und nur im ungenutzten System durchzuführen, um solche Störungen zu verhindern.

InhaltDie Bahn hat das "historische Fehlerbild" vom Dienstag entschlüsselt: Die Software war schuld. Künftig will man bei Wartungen nicht mehr ins aktive Funksystem eingreifen. Nach dem bundesweiten Stillstand des Zugverkehrs hat die Deutsche Bahn eine erste Analyse vorgelegt. Man wisse jetzt "wie dieses historisch einmalige Fehlerbild" entstanden sei und auch, wie man es in Zukunft verhindern könne, sagte der Vorstandsvorsitzende von DB InfraGO, Philipp Nagl, laut einer Mitteilung. Demnach trat am Dienstagabend beim Tausch einer Netzwerkverteilkomponente im Bahnfunksystem GSM-R ein "singulärer Softwarefehler" auf, der keine Fehlermeldung nach sich zog. Weil diese Meldung ausblieb, sei das Parallelsystem GSM-D nicht aktiviert worden, auf das bei Störungen eigentlich automatisch umgeschaltet werde. Der Wechsel habe stattdessen manuell vollzogen werden müssen, teilte die Bahn mit. Zuvor hätten die Mitarbeiter aber ausschließen müssen, dass es sich um einen Cyberangriff handelte. Erst danach habe der Wechsel durchgeführt werden können. Gegen 0.30 Uhr, rund zwei Stunden nach dem Ausfall, funktionierte der Funk wieder und die Züge konnten weiterfahren. Um die Wiederholung der Störung auszuschließen, will die Bahn vorerst keine weiteren Komponenten tauschen und eine Fehlerbehebung beim Hersteller der betreffenden Komponente veranlassen. Zudem sollen Instandhaltungsarbeiten künftig nur noch von 0 bis 4 Uhr nachts stattfinden und nur in dem System, das gerade nicht verwendet wird. GSM-R ist eine Art exklusives Mobilfunknetz für den deutschen Zugverkehr. Darüber kommunizieren die Lokführer mit den Mitarbeitern in den Stellwerken. Es ist zwar theoretisch möglich, ohne GSM-R zu fahren, praktisch ist es jedoch nicht erlaubt: Über das System werden Lokführer darüber informiert, falls ein Signal auf einer blockierten Strecke fälschlicherweise grünes Licht zeigt. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.