Mecklenburg-Vorpommern: Ex-CDU-Landtagsabgeordneter Thomas Diener will zu AfD-Fraktion überlaufen

Datum26.06.2026 13:46

Quellewww.spiegel.de

TLDRDer CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Diener in Mecklenburg-Vorpommern will zur AfD-Fraktion wechseln. Als Gründe nennt er inhaltliche Entfremdung und mangelnde Repräsentation des ländlichen Raums. Die CDU-Generalsekretärin vermutet hingegen Rache, da Diener einen schlechteren Listenplatz für die Landtagswahl erhielt. Diener bestreitet dies und kritisiert die CDU als "grün-links". Seine Aufnahme in die AfD-Fraktion ist wahrscheinlich, eine Kandidatur für die AfD schließt er aus.

InhaltDie AfD spricht von einer "großen Bereicherung": Ein bisheriger Unionsabgeordneter in Mecklenburg-Vorpommern will in die Fraktion der extremen Rechten. Er führt politische Gründe an, in der CDU spricht man von Rache. Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde. Der Landtagsabgeordnete Thomas Diener will sich der AfD anschließen. Bis vor wenigen Wochen war er noch Mitglied der CDU-Fraktion im Parlament von Mecklenburg-Vorpommern. Er strebe eine Mitgliedschaft in Partei und Landtagsfraktion der AfD an, sagte er dem SPIEGEL. Zuvor hatten "Ostsee-Zeitung " und "Nordkurier " über den möglichen Wechsel berichtet. Am 1. Juli wird die AfD-Fraktion darüber beraten. Laut den Berichten rechnet AfD-Fraktionschef Enrico Schult mit Zustimmung seiner Fraktion zu einer Aufnahme Dieners. "Das ist fachlich und menschlich eine große Bereicherung für uns". Ein CDU-Sprecher teilte mit, Diener sei noch nicht aus der Partei ausgetreten. Er werde das aber tun, sagte Diener. Bereits Ende Mai hatte Diener die CDU-Fraktion verlassen, seine Austrittserklärung liegt dem SPIEGEL vor. Darin führt er eine "inhaltliche und strategische Entfremdung" an. Der ländliche Raum werde durch die aktuelle Politik kaum noch repräsentiert. Außerdem wirft er seiner Partei darin vor, in seiner Arbeit behindert und als Person isoliert zu werden. CDU-Generalsekretärin Katy Hoffmeister sagte dem SPIEGEL, Dieners Handeln erkläre sich "einzig und allein" damit, dass er gern einen "besseren Listenplatz bekommen hätte". Diener sollte für die nahende Landtagswahl auf Platz 14, zog seine Kandidatur aber zurück. Hoffmeister sagte, Diener wolle sich "an der CDU rächen". Kritik am Kurs äußere er erst seit Januar. Diener weist das zurück. Ihm gehe es um ein Symbol und er wolle Haltung zeigen. Die CDU in Bund und Land habe sich "in Grün-Links verwandelt". Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Diener hatte im vergangenen Jahr an einem Sommerfest der AfD teilgenommen , auch eine FDP-Politikerin war dabei. Der Besuch löste scharfe Kritik aus, bei der SPD sprach man von einem "Tabubruch". Auch intern hatte der Auftritt Dieners Folgen, die Partei war verärgert. "Das hat man mir übel genommen", sagt er. Aus seiner Sicht begann hier die Entfremdung. In Mecklenburg-Vorpommern wird im September ein neuer Landtag gewählt. Die CDU hatte 2021 mit 13,3 Prozent so wenig Zustimmung erhalten wie nie zuvor. In Umfragen kommt sie aktuell nur noch auf zehn Prozent, die AfD ist vor der SPD stärkste Kraft. Bei der Landtagswahl wird Diener keine Rolle spielen: Landesliste und die Direktkandidaten der AfD stehen fest. Diener selbst sagte, er strebe keine Kandidatur für die Partei an. Allerdings ist er Präsident des Kreistages Mecklenburgische Seenplatte. Er wäre der erste AfD-Kreistagspräsident im Nordosten.