Erdbeben in Venezuela: Bundeswehr bringt Helfer und Hilfsgüter nach Venezuela

Datum26.06.2026 13:05

Quellewww.zeit.de

TLDRAufgrund des tödlichen Erdbebens in Venezuela hat Deutschland ein Flugzeug mit 48 THW-Einsatzkräften, darunter Rettungshundeführer, sowie Hilfsgütern wie Feldbetten und Zelten entsandt. Zwei weitere Maschinen sind geplant, um Personal und Material in das Katastrophengebiet zu bringen. Internationale Teams aus verschiedenen Ländern unterstützen ebenfalls die Rettungs- und Hilfseinsätze nach den schweren Beben, die mindestens 235 Tote und Tausende Verletzte forderten.

Inhalt48 Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks sind auf dem Weg nach Venezuela. Sie bringen Feldbetten, Zelte, Generatoren. Auch vier Rettungshundeführer sind an Bord. Nach dem tödlichen Erdbeben in Venezuela ist das erste Flugzeug mit Helfern und Hilfsgütern aus Deutschland unterwegs ins Katastrophengebiet. Im niedersächsischen Wunstorf startete ein Transportflugzeug des Typs A400M. An Bord der Bundeswehr-Maschine sind neben Soldaten auch Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) sowie tonnenweise Material und Technik. Insgesamt sollen an diesem Freitag 48 THW-Einsatzkräfte nach Venezuela fliegen, um Menschen aus zerstörten Gebäuden zu retten. Darunter sind auch vier Rettungshundeführer mit jeweils einem Hund. Mindestens ein weiteres Flugzeug mit Personal und Hilfsgütern wie Wasserfiltern, Feldbetten, Zelten oder Generatoren sollte am Vormittag starten. "Es ist alles Material vom THW oder anderen Hilfsorganisationen. Wir nehmen kein Bundeswehrmaterial mit", sagte ein zur Crew der Transportflugzeuge gehörender Lademeister. Später am Tag sollte eine dritte Maschine starten, die auch für den medizinischen Krankentransport genutzt werden kann. Nach Angaben der Luftwaffe sollen die Maschinen zunächst auf die Insel Curaçao fliegen. Danach soll es dann weitergehen zu einem Flugplatz in Venezuela. Zwei schwere Beben der Stärke 7,2 und 7,5 hatten am Mittwoch den Norden und das Zentrum Venezuelas erschüttert – im Abstand von nur 39 Sekunden. Schwere Schäden gab es besonders in La Guaira, wo der internationale Flughafen und der wichtigste Seehafen des südamerikanischen Landes liegen. Nach Angaben der Regierung des Landes gibt es nach ersten Erkenntnissen mindestens 235 Tote. Mehr als 4.300 Menschen wurden verletzt, die Gesamtzahl der Vermissten könnte in die Tausende gehen. Die Lage in Venezuela sei noch sehr unübersichtlich, sagte der THW-Teamleiter des deutschen Einsatzes, Peter Benz. "Aber wir werden sicherlich mit ganz, ganz viel Zerstörung und ganz viel Leid konfrontiert sein." Auf Bildern aus Venezuela habe er die zerstörten Hochhäuser gesehen. Die Betonbebauung habe den Vorteil, dass sich Hohlräume bildeten. "Und in den Hohlräumen haben Menschen Chancen zu überleben", sagte Benz. Die Einsatzkräfte haben neben Suchhunden auch Mikrofone und Kameras dabei, um Verschüttete zu lokalisieren. Die Erfahrung zeige, dass auch "nach 100, 120, 150 Stunden" immer noch überraschend Menschen lebendig aus den Trümmern gerettet würden, sagte Benz. Weitere internationale Rettungsteams haben in Venezuela unterdessen bereits die Arbeit aufgenommen. Das venezolanische Staatsfernsehen zeigte die Ankunft von Helfern und Hilfsgütern aus Chile auf einem Militärstützpunkt im Bundesstaat Aragua. Rettungsteams aus El Salvador und der Dominikanischen Republik waren bereits am Donnerstag in Venezuela eingetroffen. Auch Mexiko schickte Rettungskräfte und Hilfsgüter. Das Schweizer Außenministerium teilte mit, ein Team aus 80 Spezialisten und acht Suchhunden solle im Laufe des Tages in dem südamerikanischen Land eintreffen. Die Türkei kündigte zwei Flüge aus Istanbul mit militärischem, medizinischem und Rettungspersonal sowie zwei Suchhunden an. Auch die Regierungen von Katar, Brasilien, Spanien, Portugal und Kanada sagten Unterstützung zu. Um die Hilfe der Vereinigten Staaten zu koordinieren, reiste Marine-Generalmajor Kevin J. Jarrard nach Caracas, wie das für Lateinamerika zuständige US-Militärkommando Southcom mitteilte. Das US-Militär will bei seinen Rettungsmaßnahmen Flugzeuge und Hubschrauber einsetzen. Such- und Rettungsmannschaften sowie humanitäre und medizinische Hilfe brachten die USA ebenfalls auf den Weg.