Polen: Polen will Haustiere in Hospizen und auf Palliativstation erlauben

Datum26.06.2026 12:57

Quellewww.zeit.de

TLDRPolen erwägt ein Gesetz, das todkranken Menschen den Besuch von Haustieren in Hospizen und auf Palliativstationen erlaubt. Bisher gibt es keine allgemeingültige Regelung, auch wenn viele Kliniken dies bereits gestatten. Der Gesetzesentwurf sieht Ausnahmen bei Infektionsrisiken oder organisatorischen Problemen vor. Befürworter argumentieren, dass Haustiere körperlichen und seelischen Schmerz lindern sowie Einsamkeit überwinden können, um sicherzustellen, dass niemand allein stirbt.

InhaltTodkranke Menschen sollen in Polen künftig ein Recht auf Besuche von Haustieren bekommen. Im Parlament wird ein entsprechender Gesetzesentwurf diskutiert. In Polen soll der Besuch von Haustieren in Hospizen und auf Palliativstationen künftig nicht von der Institution abhängen, sondern grundsätzlich gesetzlich erlaubt werden. Ein entsprechender Gesetzesentwurf liegt dem polnischen Gesundheitsausschuss vor. In vielen Kliniken sind solche Besuche bereits erlaubt, es gibt jedoch in Polen kein allgemeingültiges Recht darauf. Das soll sich mit dem neuen Gesetz ändern. Der Gesetzesentwurf sieht auch Einschränkungen für dieses Gesetz vor: etwa wenn Infektionsrisiken, Gesundheitsschutz oder organisatorische Möglichkeiten gegen einen Besuch des Haustieres sprechen. Ins Parlament eingereicht wurde der Entwurf von Katarzyna Piekarska, einer Abgeordneten in der Partei von Ministerpräsident Donald Tusk. "Tatsächlich gibt es sowieso schon Tiere in Krankenhäusern", sagt sie. Deshalb müsse das gesetzlich geregelt werden. Tomasz Dzierzanowski, der Direktor der Klinik für Palliativmedizin an der Medizinischen Universität Warschau, hat den Vorstoß vorangetrieben. Er sagt, die Anwesenheit eines geliebten Haustiers könne den körperlichen und seelischen Schmerz todkranker Patienten in Zeiten lindern, in der die Gesellschaft "eine Epidemie der Einsamkeit" durchlebe. "Wir stellen sicher, dass kein Patient alleine stirbt", sagt er in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP. "Wenn jemand leidet, ist es wichtig, dass jemand für ihn oder sie da ist. Idealerweise sollte das ein anderer Mensch sein. Manchmal gibt es aber keinen."