Datum26.06.2026 11:51
Quellewww.zeit.de
TLDRDer deutsche Arbeitsmarkt schrumpft laut Forschern des IAB. Wirtschaftsschwäche, geopolitische Konflikte, geringere Migration und demografischer Wandel (Renteneintritt der Babyboomer) üben Druck aus. Die Beschäftigungskomponente des Arbeitsmarktbarometers fiel unter 100, was auf eine ungünstige Entwicklung hindeutet. Arbeitskräftemangel führt dazu, dass Stellen unbesetzt bleiben und die Gesamtzahl der Beschäftigten sinkt. Die Arbeitslosigkeit stagniert und holt bei der Entwicklung auf.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Arbeitsmarkt“. Lesen Sie jetzt „Forscher: Der deutsche Arbeitsmarkt schrumpft“. Nürnberg (dpa) - Druck von allen Seiten: Der deutsche Arbeitsmarkt ist Forschern zufolge am Schrumpfen. "Die jahrelange Wirtschaftsschwäche und die wirtschaftlichen Folgen der geopolitischen Konflikte sowie die rückläufige Migration und das schrumpfende Arbeitskräftepotenzial setzen die Beschäftigung von verschiedenen Seiten unter Druck", sagte der Wirtschaftsforscher Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bei der Vorstellung des jüngsten Arbeitsmarktbarometers. Das Barometer zur Vorhersage der Lage auf dem Arbeitsmarkt setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: Arbeitslosigkeit und Beschäftigung. Für das IAB-Barometer prognostizieren alle deutschen Arbeitsagenturen ihre Erwartungen für die nächsten drei Monate. Bislang hatte die vergleichsweise günstige Beschäftigungslage die Gesamtsicht positiver erscheinen lassen. Nun aber ist die Beschäftigungskomponente unter den Wert von 100 gefallen und deutet somit auf eine ungünstige Entwicklung hin. Grund hierfür ist vor allem das Fehlen von Arbeitskräften. Die Komponente Arbeitslosigkeit, zuletzt stets deutlich hinter der Beschäftigung zurück, holt auf und liegt inzwischen fast gleichauf. "Die demographische Schrumpfung ist endgültig am Arbeitsmarkt angekommen: Die Beschäftigung sinkt, während die Zunahme der Arbeitslosigkeit zu einem Ende kommt", so Weber. Im Klartext bedeutet das: Die "Boomer"-Generation der geburtenstarken Jahrgänge geht in Rente, es kommt nicht genügend nach. Freie Jobs können somit nicht besetzt werden - und die Gesamtbeschäftigung wird kleiner. © dpa-infocom, dpa:260626-930-287943/1