Rechtsextremes Netzwerk: Zwei mutmaßliche Unterstützer der »Letzten Verteidigungswelle« festgenommen

Datum26.06.2026 11:50

Quellewww.spiegel.de

TLDRZwei mutmaßliche Unterstützer der rechtsextremen Terrorgruppe "Letzte Verteidigungswelle" wurden in Thüringen festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, versucht zu haben, eine Asylbewerberunterkunft anzuzünden. Die Gruppe, die junge Neonazis umfasst und über soziale Medien rekrutiert, plant Gewaltakte gegen Migranten und politische Gegner, um das demokratische System zu destabilisieren. Bereits zuvor gab es Festnahmen und ein laufendes Gerichtsverfahren gegen mutmaßliche Mitglieder.

InhaltSie sollen unter anderem versucht haben, eine Asylbewerberunterkunft in Brand zu setzen. Die Polizei in Thüringen hat zwei mutmaßliche Unterstützer einer rechtsextremen Terrorgruppe festgenommen. Die Bundesanwaltschaft hat in Thüringen zwei mutmaßliche Unterstützer der rechtsextremen Terrorgruppe "Letzte Verteidigungswelle" festnehmen lassen. Die beiden Deutschen sollen laut Mitteilung der Behörde  mit Komplizen versucht haben, eine Asylbewerberunterkunft im Landkreis Altenburger Land in Brand zu setzen. "Dazu schlug die Gruppe ein Fenster ein und versuchte, mit einer Feuerwerksbatterie entzündete Pyrotechnik in das Innere des Gebäudes zu schießen", teilte die Bundesanwaltschaft mit. Ein Feuer sei aber nicht ausgebrochen. Ihnen werde unter anderem vorgeworfen, als Jugendliche mit Verantwortungsreife, eine inländische terroristische Vereinigung unterstützt zu haben, teilten die Ermittler mit. Außerdem wird ihnen unter anderem versuchter Mord zur Last gelegt. Die Festnahmen erfolgten den Angaben zufolge am Mittwoch in den Landkreisen Altenburger Land und Gera, die Haftbefehle seien am Donnerstag eröffnet worden. Ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs setzte die Haftbefehle in Vollzug. Die "Letzte Verteidigungswelle" ist eine in mehreren Bundesländern aktive Gruppe junger Neonazis. Seit 2024 rekrutierte sie über soziale Medien wie Instagram, TikTok und Telegram Anhänger. Sie steht schon länger im Visier der Bundesanwaltschaft. Im Mai 2025 hatten Deutschlands oberste Strafverfolger zunächst fünf mutmaßliche Anhänger der Gruppe festgenommen, die damals zwischen 14 und 21 Jahre alt waren. Drei weitere Verdächtige saßen zu dem Zeitpunkt schon in Untersuchungshaft. Alle acht stehen mittlerweile am Oberlandesgericht in Hamburg vor Gericht. Mitte März ging die Bundesanwaltschaft dann erneut mit einer bundesweiten Razzia gegen die Gruppe vor. Die "Letzte Verteidigungswelle" versteht sich laut Bundesanwaltschaft als letzte Instanz zur Verteidigung der "Deutschen Nation". Ihr Ziel sei es gewesen, durch Gewalttaten vor allem gegen Migranten und politische Gegner einen Zusammenbruch des demokratischen Systems der Bundesrepublik herbeizuführen. Dazu zählten insbesondere Brand- und Sprengstoffanschläge auf Asylbewerberheime und linke Einrichtungen. Lesen Sie hier  mehr zur "Letzten Verteidigungswelle".