Deutschland: Scheidungen nehmen zu, Hochzeiten fallen auf Rekordtief

Datum26.06.2026 10:59

Quellewww.spiegel.de

TLDR2025 stieg die Zahl der Scheidungen leicht an (130.100 Ehen), trotz eines langfristigen Rückgangs seit 2003. Gleichzeitig sank die Zahl der Hochzeiten auf einen historischen Tiefstand (348.800). Scheidungen erfolgten durchschnittlich nach fast 15 Jahren Ehe. Der Anteil der Scheidungen mit mehr Kindern und bei älteren Ehen nahm zu. 51,7 Prozent der Scheidungen betrafen minderjährige Kinder. Scheidungen gleichgeschlechtlicher Paare stiegen um zehn Prozent.

InhaltMehr als 130.000 Ehen endeten 2025 vor dem Scheidungsrichter. Durchschnittlich waren die Paare davor fast 15 Jahre verheiratet. Die Zahl der Hochzeiten sank auf ein Rekordtief. In Deutschland haben sich im Jahr 2025 mehr Paare scheiden lassen als im Vorjahr. 2025 endeten rund 130.100 Ehen durch richterlichen Beschluss, das waren 0,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilt.  Langfristig betrachtet geht die Zahl der Scheidungen mit Ausnahme weniger Jahre seit gut 20 Jahren zurück: 2025 gab es 39,2 Prozent weniger Scheidungen als 2003, damals war der höchste Stand seit der deutschen Wiedervereinigung erreicht worden. 2023 wurde ein Rekordtief registriert und anschließend wieder eine leichte Zunahme. Es wird auch weniger geheiratet: 2025 sagten 348.800 Paare "Ja" und damit so wenig wie noch nie seit 1950. Im Vorjahresvergleich war dies ein Rückgang um 0,1 Prozent, im Vergleich zum Jahr 2003 um 8,9 Prozent. Die Scheidung kam vergangenes Jahr im Schnitt nach 14 Jahren und 7 Monaten Ehe. Etwa 16 Prozent der Paare ließen sich im Jahr der Silberhochzeit oder später scheiden. In den Neunzigerjahren lag dieser Anteil noch unter elf Prozent. Ein weiterer langjähriger Trend: Der Anteil der Scheidungen mit einem Kind nimmt ab, der Anteil mit zwei oder mehr Kindern zu, wie das Bundesamt berichtet. 2025 waren bei etwas mehr als der Hälfte der Scheidungen minderjährige Kinder betroffen (51,7 Prozent). 47,6 Prozent der Paare hatten ein Kind, 40,5 Prozent zwei und 11,9 Prozent drei und mehr Kinder. Insgesamt waren etwa 113.400 Minderjährige betroffen. Mit Zustimmung des Ehegatten oder der Ehegattin wurden rund 90 Prozent der Scheidungsanträge gestellt. 5,8 Prozent reichten ihn gemeinsam ein. In den übrigen 4,1 Prozent der Fälle stimmte der Ehegatte oder die Ehegattin nicht zu. 1,3 Prozent der Ehescheidungen betrafen 2025 gleichgeschlechtliche Paare, insgesamt rund 1700. Der Anstieg im Vorjahresvergleich betrug zehn Prozent. Gleichgeschlechtliche Paare können seit 2017 in Deutschland heiraten. 2025 wurden 339.900 Ehen zwischen Mann und Frau geschlossen und 8900 Ehen zwischen Personen gleichen Geschlechts. Jede vierte Ehe scheitert. Lesen Sie hier  Antworten auf die Frage, wann sich ein Ehevertrag lohnt.