Neuwagen: Verkauf von Verbrenner-Autos wird wieder stärker gefördert

Datum26.06.2026 08:38

Quellewww.zeit.de

TLDRDer Verkauf von Verbrenner-Autos wird in Deutschland wieder stärker gefördert. Laut einer CAR-Studie sind Verbrenner im Schnitt 2.000 Euro günstiger als E-Autos, wobei der Rabattunterschied seit Dezember größer wurde. Hersteller und Handel gewähren mehr Kaufanreize für Verbrenner. Die staatliche E-Förderung, die nicht eingerechnet ist, unterstützt vor allem günstige Modelle und könnte bald erschöpft sein. Experten sehen darin eine künstliche Preissteigerung, die nach Förderende problematisch werden könnte.

InhaltEinen Verbrenner zu kaufen, ist einer Studie zufolge derzeit im Schnitt 2.000 Euro günstiger als ein E-Auto. Im Dezember war der Abstand noch deutlich geringer. Am deutschen Neuwagenmarkt wird der Verkauf von Verbrennern wieder stärker gefördert. Handel und Hersteller setzten im Juni höhere Kaufanreize als bei vergleichbaren Elektroautos, wie aus der regelmäßigen Marktstudie des privaten Center Automotive Research (CAR) hervorgeht. Bei den 20 meistverkauften Elektrofahrzeugen ist demnach der durchschnittlich gewährte Preisnachlass von 19,5 Prozent im Januar auf 17,8 Prozent des Listenpreises zurückgegangen. Bei den Verbrennern gab es im Schnitt 18,4 Prozent Rabatt. Sie sind damit zumindest in der Anschaffung durchschnittlich 1.997 Euro billiger als die E-Modelle. Im Dezember hatte der Abstand nur gut 1.300 Euro betragen. Die staatliche E-Förderung ist bei dem Preisvergleich nicht eingerechnet, weil die Höhe des Zuschusses stark variiert. Sie hängt von Fahrzeug, Haushaltseinkommen (höchstens 80.000 Euro) und Familiengröße ab und kann zwischen 1.500 und 6.000 Euro betragen. Die Prämie gilt nur für Privatautos, nicht für Dienstwagen. Voraussetzung ist eine Zulassung des Fahrzeugs seit dem 1. Januar dieses Jahres. CAR-Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer zufolge werden vor allem günstige Elektroautos gefördert. Dies komme insbesondere Importeuren aus China, Korea und Europa entgegen. "Deutsche Premiumhersteller wie Audi, BMW, Mercedes, Porsche und ihre Jobs in Deutschland haben wenig davon." Nach Einschätzung Dudenhöffers sind die für 2026 vorgesehenen Fördermittel Mitte Juni bereits zur Hälfte aufgebraucht. Das Budget könne damit schon vor Jahresende vorübergehend erschöpft sein. Letztlich halte die staatliche Subvention die Preise für Elektroautos künstlich hoch, sagte Dudenhöffer. Nach dem Förderende werde es schwer, wieder zum Normalbetrieb zurückzukehren. Zuletzt hatten E-Autos und ebenfalls geförderte Plug-in-Hybride einen Marktanteil von 35 Prozent in Deutschland erreicht. In der EU war im Mai jeder fünfte Neuwagen ein Elektroauto.