Datum26.06.2026 07:13
Quellewww.spiegel.de
TLDRBelgien hat sieben Verdächtige nach einem Bombenanschlag auf eine Synagoge in Lüttich festgenommen. Die Tat wird als Teil einer proiranischen Anschlagsserie auf jüdische Einrichtungen in Europa betrachtet, die nach Beginn des Irankriegs verstärkt auftrat. Bei dem Anschlag in Lüttich im März wurde die Synagoge beschädigt, aber niemand verletzt. Die Ermittlungen laufen, und es wird von proiranischen Gruppen als Urhebern ausgegangen.
InhaltErmittler haben nach dem Bombenanschlag auf eine Synagoge in Lüttich sieben Verdächtige festgenommen. Die Tat gilt als Teil einer Serie mutmaßlich proiranisch motivierter Angriffe auf jüdische Einrichtungen in Europa. Mehr als drei Monate nach einem Bombenanschlag auf eine Synagoge in Lüttich haben die belgischen Ermittler sieben Verdächtige festgenommen. Die Festnahmen seien bei mehreren Polizeirazzien erfolgt, teilte am Donnerstagabend die Staatsanwaltschaft mit. Die Regierung hatte den Anschlag Anfang März als "verabscheuungswürdige antisemitische Tat" eingestuft. Er reihte sich ein in eine ganze Reihe von Anschlägen auf jüdische Einrichtungen in Europa nach Beginn des Irankriegs. Zur Identität der Festgenommenen machte die Staatsanwaltschaft keine Angaben, sie verwies auf den Schutz der Ermittlungen. Bei dem Bombenanschlag in Lüttich waren Anfang März das Haupttor der Synagoge beschädigt worden und Fenster zu Bruch gegangen. Verletzt wurde niemand. Der Irankrieg hatte Ende Februar mit US-israelischen Angriffen auf das Land begonnen. In der Folge kam es in Europa zu mehreren Brandstiftungen und Anschlägen an jüdische Einrichtungen. Betroffen waren unter anderem Ziele in London, Paris, Belgien, den Niederlanden und auch in Deutschland. Es werden proiranische Gruppen hinter den Anschlägen vermutet. Antisemitismus breitet sich aus – wo bleibt der Aufschrei? Einen Kommentar zum Anstieg judenfeindlicher Vorfälle lesen Sie hier.