Datum26.06.2026 07:11
Quellewww.spiegel.de
TLDRIsraels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu gerät im Wahlkampf unter Druck, was sich bei einer Rede vor Offiziersanwärtern zeigte, wo er mit Rufen wie "Geh nach Hause" konfrontiert wurde. Trotz dieser Zwischenrufe erhielt er auch Applaus. Netanyahu verteidigte seine Kriegsführung und verwies auf Erfolge gegen regionale Gegner. Parallel dazu schloss er seine Aussage in laufenden Korruptionsprozessen ab, in denen ihm Vorteilsnahme im Amt und Annahme unerlaubter Geschenke vorgeworfen werden, was er als politisch motiviert zurückweist.
InhaltSeine Zustimmungswerte sinken: Israels Premier Benjamin Netanyahu gerät im israelischen Wahlkampf unter Druck. Bei einer Rede vor Offiziersanwärtern hat der 76-Jährige das nun zu spüren bekommen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu ist nach Medienberichten bei einer Rede vor Offiziersanwärtern mit Zwischenrufen gestört worden. Wie die israelischen Zeitungen "The Times of Israel" und "Haaretz" weiter berichteten und auf zahlreichen Social-Media-Videos zu hören ist, rief ein Anwesender: "Geh nach Hause". Das löste bei einigen Beifall und Jubel aus. Ein weiterer Zuhörer rief demnach danach: "Geh, Bibi". Laut den Berichten folgten jedoch auch Applaus und Jubel für den Regierungschef. Der Vorfall ereignete sich während einer Abschlusszeremonie an einer Offiziersschule der israelischen Streitkräfte. Netanyahu wies in seiner Rede Kritik an seiner Führung im laufenden Krieg zurück. Er erklärte, dass sich die strategische Lage im Nahen Osten grundlegend verändert habe. Dabei verwies der Ministerpräsident auf militärische Erfolge gegen Iran, die palästinensische Terrororganisation Hamas im Gazastreifen und die schiitische Hisbollah-Miliz im Libanon. Netanyahu dürfte dennoch erleichtert auf diese Woche zurückblicken. Der 76-Jährige hat seine Aussagen in den gegen ihn laufenden Korruptionsprozessen abgeschlossen. Das teilte eine Sprecherin des Justizministeriums am Mittwoch mit. Seit Ende 2024 hatte Netanyahu in den Verfahren insgesamt 98 Mal ausgesagt. Oftmals wurden die Anhörungen auf Antrag seines Anwalts aufgrund von Regierungsverpflichtungen oder gesundheitlichen Problemen verkürzt oder verschoben. Netanyahu sieht sich in zwei Fällen mit dem Vorwurf konfrontiert, er habe mit israelischen Medienhäusern vorteilhafte Berichterstattung ausgehandelt. In einem dritten Fall geht es um den Vorwurf, er habe Luxusgeschenke im Wert von mehr als 260.000 Dollar (222.000 Euro) von Milliardären im Gegenzug für politische Gefälligkeiten angenommen. Ein vierter Korruptionsvorwurf wurde fallen gelassen. Netanyahu bestreitet jegliches Fehlverhalten und prangert die Prozesse als politisch motiviert an. Er ist der erste amtierende israelische Regierungschef, der sich in einem Korruptionsprozess verantworten muss.