Datum26.06.2026 06:27
Quellewww.zeit.de
TLDRFamilienministerin Prien plant eine Elterngeldreform, um Einsparungen zu erzielen und die Gleichstellung zu fördern. Künftig soll das volle Elterngeld nur noch bei hälftiger Aufteilung der Elternzeit (jeweilige Elternteile je 7 Monate) gewährt werden. Derzeit muss ein Elternteil mindestens 2 Monate nehmen, was oft vom Vater genutzt wird. Prien erwartet, dass viele Väter nicht länger aussteigen, was zu geringeren Elterngeldansprüchen führt. Die übrigen Elterngeldbedingungen bleiben unverändert. Ziel ist es, 500 Millionen Euro einzusparen.
InhaltFamilienministerin Karin Prien will laut einem Bericht die Bedingungen fürs Elterngeld verschärfen. Väter sollen die Hälfte der Zeit zu Hause bleiben, sonst wird gekürzt. Familien sollen in Zukunft nur noch das volle Elterngeld erhalten, wenn sich Väter genauso lange wie Mütter zu Hause um ihre Kinder kümmern. Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) will die Zahl der sogenannten "Vätermonate" erhöhen, wie das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) unter Berufung auf Koalitionskreise berichtet. Derzeit können Paare für 14 Monate Elterngeld beziehen, wovon ein Elternteil mindestens zwei Monate nehmen muss – das nutzt in der Regel der Mann als Hauptverdiener. In Zukunft soll es laut den Plänen der Ministerin die maximale Bezugsdauer nur noch bei einer hälftigen Aufteilung geben, schreibt das RND. Beide Partner müssten sich dann also gleichermaßen für sieben Monate um ihre Kinder kümmern. Die Ministerin hofft laut dem Bericht zufolge, mit der Änderung die von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) geforderten Einsparungen beim Elterngeld zu erzielen. Sie geht demnach davon aus, dass viele Väter nicht für sieben Monate aus dem Job aussteigen wollen, womit die Elterngeldansprüche sinken dürften. An den sonstigen Bedingungen für das Elterngeld will Prien den Angaben zufolge nichts ändern. Danach bleibt die Höhe bei 65 Prozent des Nettoeinkommens, wobei minimal 300 und maximal 1.800 Euro bezahlt werden. Das Elterngeld wird aber nur gewährt, wenn bei Paaren und Alleinerziehenden das zu versteuernde Einkommen unter 175.000 Euro liegt. Finanzminister Klingbeil hatte bei der Haushaltsplanung für das Jahr 2027 alle Ressorts aufgerufen, jeweils ein Prozent ihres Budgets einzusparen. Laut RND müsste Prien insgesamt 500 Millionen Euro weniger ausgeben, um den Bundeshaushalt zu konsolidieren. Die schwarz-rote Koalition hat deshalb auch eine Reform des Elterngelds vereinbart, um Kosten zu senken. In den Koalitionskreisen wurde betont, dass die Gespräche über die Sparbeiträge der Ministerien noch liefen. Es könne auch sein, dass einzelne Maßnahmen bei der Sitzung des Koalitionsausschusses am 1. Juli diskutiert und verändert würden. Gleichzeitig wurde darauf verwiesen, dass es sich nicht um eine reine Sparmaßnahme handele, sondern ähnlich wie bei der Einschränkung der beitragsfreien Mitversicherung auch um einen Beitrag zur Gleichstellung.