Datum26.06.2026 05:00
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Spatenstich für den Abschnitt Wittenberge - Karstädt der A14-Nordverlängerung erfolgt, und die Elbebrücke wird erneuert. Zudem wird der Abschnitt Lüderitz - Stendal-Süd für den Verkehr freigegeben. Bis Ende August ist die östliche Fahrbahn der Verbindung Seehausen-Nord - Wittenberge nutzbar. Trotz Fortschritten ist der Lückenschluss zwischen Magdeburg und Schwerin weiterhin nicht durchgehend befahrbar, und ein endgültiges Fertigstellungsdatum fehlt.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Verkehr“. Lesen Sie jetzt „A14: Baustart und Verkehrsfreigabe an einem Tag“. Am Montag stehen für die A14-Nordverlängerung von Magdeburg Richtung Schwerin gleich drei wichtige Termine an. Am Vormittag wird Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) den ersten Spatenstich für den Abschnitt Wittenberge - Karstädt setzen. Mittags gibt der Minister den Startschuss für den Ersatzneubau der Elbebrücke der Bundesstraße 189. Und am Nachmittag schneidet Schnieder das Freigabeband für den A14-Abschnitt Lüderitz - Stendal-Süd durch. Damit sind dann knapp 74 Kilometer des insgesamt 155 Kilometer langen Lückenschlusses zwischen den Autobahnkreuzen Magdeburg und Schwerin befahrbar. Allerdings nicht durchgehend. Ein aktueller Überblick: Mit Fertigstellung des rund sechs Kilometer langen Stücks von Lüderitz bis Stendal-Süd erhält die altmärkische Kreisstadt Autobahnanschluss. Gebaut wird dort seit September 2021. Die Freigabe war ursprünglich bereits Ende 2025 geplant, wurde aus bautechnischen Gründen aber verschoben. Eine Parkplatz- und WC-Anlage wird voraussichtlich erst im September fertig. Der Verkehr rollt bereits auf knapp 39 Kilometern zwischen der Anschlussstelle Groß Warnow (Brandenburg) und dem Autobahnkreuz Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) sowie auf rund 29 Kilometern zwischen Wolmirstedt und Lüderitz (Sachsen-Anhalt). Mit der elf Kilometer langen Verbindung Seehausen-Nord - Wittenberge, inklusive einer neuen Elbbrücke, geht bald ein weiterer Abschnitt der A14-Nordverlängerung teilweise ans Netz. Ab Ende August wird die östliche der beiden Richtungsfahrbahnen zur Verfügung stehen. Darauf soll zunächst der Verkehr der Bundesstraße 189 rollen, weil deren parallel verlaufende Brücke marode ist und abgerissen wird. Für 120 Millionen Euro entsteht in den kommenden drei Jahren an gleicher Stelle ein Ersatzneubau. Im Jahr 2027 ist die Freigabe der westlichen Autobahnfahrbahn vorgesehen. Das 24 Kilometer lange Stück von Stendal bis Osterburg soll 2028 befahrbar sein. Die Anbindung an das bundesweite Schnellstraßennetz steht aber auch dann, sowohl Richtung Norden als auch im Süden, weiter aus. Der Bund hatte erst Ende 2025 die Mittel für die letzten nicht in Bau befindlichen Abschnitte, Osterburg - Seehausen-Nord (17 Kilometer) und Wittenberge - Karstädt (18 Kilometer), bewilligt. Nördlich von Osterburg laufen seit Frühjahr 2023 die Bauvorbereitungen. Einen Termin für den offiziellen Baustart benennt die für das Projekt zuständige Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) noch nicht. Im Abschnitt Wittenberge - Karstädt rollen am Montag die Bagger an. Der Zeitpunkt der Fertigstellung hängt laut Deges maßgeblich davon ab, für welche Zeiträume die Deutsche Bahn Sperrpausen genehmigt, die für Brückenarbeiten nötig sind. Eine weitere Lücke im Lückenschluss klafft im Süden. Dort wird die Anbindung an das Autobahnkreuz Magdeburg mit dem Abschnitt Dahlenwarsleben - Wolmirstedt (elf Kilometer) erfolgen. Baustart dafür war bereits im Dezember 2023. Der vorgesehene Fertigstellungstermin, ursprünglich 2027, dann 2029 geplant, wurde erneut verschoben. Die Terminschiene für die Umsetzung der Hauptbauleistungen sei derzeit zwischen Deges und Autobahn GmbH in Abstimmung, heißt es auf Nachfrage. Einen endgültigen Fertigstellungstermin für das Gesamtprojekt A14-Nordverlängerung nennen beide Gesellschaften nicht mehr. Zuletzt war das Jahr 2030 genannt worden. Doch das dürfte nicht mehr zu halten sein. Sachsen-Anhalts Infrastrukturministerin Lydia Hüskens (FDP) hofft, dass es spätestens in fünf Jahren, also 2031, soweit sein wird. Das wäre 20 Jahre nach Baubeginn im Dezember 2011. Die Verantwortung für die erneute Verzögerung sieht Ministerin Hüskens nicht bei den Planungs- und Baugesellschaften. Ihr Blick geht nach Berlin: "Der Bund muss hier für unsere Region endlich liefern", fordert sie. Da der Bundeshaushalt 2025 erst im September verabschiedet worden war, gab es, bedingt durch die monatelange vorläufige Haushaltsführung, eine Hängepartie bei der Finanzierung des weiteren Autobahnbaus. Zuvor hatten Klagen von Umweltschützern und Planungsfehler das Projekt immer wieder verzögert. Durch die Nordverlängerung wird die größte Lücke im deutschen Autobahnnetz geschlossen. Altmark und Prignitz werden an das bundesweite Fernstraßennetz angebunden. Die Neubautrasse verläuft über eine Länge von rund 155 Kilometern durch die Bundesländer Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Im Zuge des A14-Lückenschlusses entstehen 96,9 Kilometer in Sachsen-Anhalt, 32,1 Kilometer im Land Brandenburg und 25,8 Kilometer in Mecklenburg-Vorpommern. Die Gesamtkosten des Lückenschlusses der A14 zwischen Magdeburg und Schwerin - einschließlich der bereits fertiggestellten Abschnitte - belaufen sich laut Bundesministerium für Verkehr nach aktuellem Stand auf rund 2,3 Milliarden Euro. © dpa-infocom, dpa:260626-930-285771/1