Datum26.06.2026 04:35
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie Ebolaepidemie in der Demokratischen Republik Kongo hat über 300 Tote gefordert und ist noch nicht unter Kontrolle. Mit 1155 bestätigten Fällen, insbesondere in Ituri, ist die Ausbreitung besorgniserregend schnell. Bettenkapazitäten sind zu 95% ausgelastet, und es werden 1,4 Milliarden US-Dollar zur Bekämpfung benötigt. Für den Bundibugyo-Erreger gibt es weder Impfstoff noch spezifische Therapie, aber klinische Studien für Medikamente wie Remdesivir beginnen bald. Eine 21-tägige Quarantäne für Ausreisende aus betroffenen Gebieten wurde angeordnet.
InhaltDie Krankenhausbetten sind nahezu alle voll – und noch immer ist die Ebolaepidemie in der Demokratischen Republik Kongo nicht unter Kontrolle. Ein Aspekt des aktuellen Ausbruchs macht den Experten besondere Sorgen. Die Zahl der Ebola-Toten in der Demokratischen Republik Kongo ist auf 304 angestiegen. Aktuell seien in dem zentralafrikanischen Land 1155 Fälle bestätigt, teilte das Kommunikationsministerium in Kinshasa am späten Abend mit. Die Epidemie in den Provinzen Ituri, Nord-Kivu und Süd-Kivu sei noch nicht gestoppt. Besonders betroffen ist demnach Ituri im Nordosten des Kongo. Obwohl der Gipfel des Ausbruchs noch nicht erreicht sei, seien bereits 95 Prozent der Bettenkapazitäten ausgeschöpft, erklärte Jean Kaseya, Generaldirektor der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC. "Wir müssen Behandlungszentren bauen und Bettenkapazitäten erhöhen", so Kaseya weiter. Für die angemessene Reaktion auf den Ausbruch seien Finanzmittel von 1,4 Milliarden US-Dollar nötig, fast das Dreifache der bisher veranschlagten Kosten. Der schnelle Anstieg der Fälle bereitet den Experten Sorgen. In keiner der vorangegangenen Ebola-Epidemien auf dem Kontinent war die Zahl der bestätigten Fälle in den ersten fünf Wochen so hoch gewesen wie in der aktuellen Epidemie. Das meldete die Weltgesundheitsorganisation WHO zuletzt. Ebolafieber ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Der aktuelle Ausbruch ist besonders schwer einzudämmen, auch weil es für den Ebolaerreger vom Typ Bundibugyo bislang weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt. In der kommenden Woche sollen allerdings klinische Studien für Medikamente beginnen. Das antivirale Medikament Remdesivir von Herstellern aus den USA und Ägypten, das in der kommenden Woche erprobt werden soll, ist nach Angaben der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC bereits im Kongo eingetroffen. Es handele sich um ein Prophylaxemittel, das nach Kontakt mit dem Ebolaerreger helfen soll. Das aus den USA stammende Mittel MBP134 solle in den kommenden Tagen eintreffen. Zudem arbeiteten mehrere Unternehmen an weiteren Impfstoffkandidaten. Die kongolesische Regierung ordnete unterdessen eine 21-tägige Quarantäne für Menschen an, die die von Ebola betroffenen Gebieten innerhalb des Landes verlassen wollen. Diese Maßnahme solle das Ansteckungsrisiko verringern und eine lückenlose Nachverfolgung potenziell exponierter Personen gewährleisten, hieß es in einer Mitteilung.