Datum26.06.2026 03:50
Quellewww.spiegel.de
TLDRNach einem Angriff auf ein Schiff vor Oman erklärt Iran, dass Durchfahrten durch die Straße von Hormus nur auf teanerisch festgelegten Routen sicher seien. Die Weltschifffahrtsorganisation hat daraufhin geplante Evakuierungen gestoppt. Ein singapurisches Handelsschiff sei angegriffen worden, möglicherweise durch eine iranische Drohne. Dies folgt auf eine vorherige Warnung Irans bezüglich der Sicherheit nicht genehmigter Routen.
InhaltWährend Reeder mehr Passagen durch die Straße von Hormus planen, wird vor Oman ein Schiff beschossen. Die Weltschifffahrtsorganisation hat weitere Durchfahrten vorerst gestoppt. Iran hat nach einem Angriff auf ein Schiff vor der Küste Omans bekräftigt, dass Durchfahrten durch die Straße von Hormus nur auf von Teheran festgelegten Routen sicher seien. Andere Routen seien nicht durch die Garantie sicherer Passagen abgedeckt, erklärte die für den Persischen Golf zuständige iranische Behörde PGSA auf X. Jegliche Konsequenzen infolge der Befahrung nicht genehmigter Routen würden in der "alleinigen Verantwortung des Schiffseigners, des Charterers und des Kapitäns" liegen, hieß es weiter. Die Weltschifffahrtsorganisation IMO hatte zuvor die jüngst gestartete Evakuierung von Schiffen rund um die für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtigen Meerenge vorläufig gestoppt. "Mir wurde heute ein Angriff im Golf von Oman auf ein Schiff gemeldet, das die Straße von Hormus durchquert hat", teilte IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez mit. "Dieses Schiff befand sich nicht im Rahmen des Evakuierungsplans der IMO auf der Durchfahrt." Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Nach Angaben des internationalen Schifffahrtsverbandes Bimco soll es sich um ein Handelsschiff handeln, das die Straße von Hormus unter Nutzung der Küstenverkehrszone vor Oman durchfuhr. US-Medien berichten, dass das Frachtschiff unter singapurischer Flagge unterwegs war. Die iranischen Revolutionswächter – die Elitestreitmacht der Islamischen Republik – hätten es angegriffen, hieß es unter Berufung auf US-Beamte. Die "Washington Post" zitiert einen Beamten, wonach das Schiff von einer iranischen Drohne getroffen worden sei. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Die Revolutionswächter hatten bereits am Donnerstagvormittag mitgeteilt, dass Durchfahrten durch die Meerenge nur auf iranisch festgelegten Routen sicher seien. Am Abend legte die zuständige Behörde PGSA auf X nach und verwies darauf, dass die Nutzung anderer Routen "nicht zu Versicherungsschutz oder damit verbundenen Haftungsansprüchen" berechtigten. Die Weltschifffahrtsorganisation IMO hatte am Dienstag angekündigt, dass mehr als 11.000 Seeleute aus der Region evakuiert werden sollen. Noch am selben Tag passierten erste Schiffe die Meerenge. Allein am Mittwoch wurden laut IMO mehr als 60 Durchfahrten gezählt. In den Wochen zuvor waren es pro Tag kaum mehr als zehn. Die Straße von Hormus war wochenlang faktisch blockiert gewesen, als zunächst Iran mit Drohungen und Angriffen auf zivile Schiffe begann und später die USA iranische Häfen blockierten. Vorausgegangen waren amerikanisch-israelische Angriffe auf Iran. Inzwischen haben sich Washington und Teheran vorläufig auf ein Ende der Kampfhandlungen geeinigt. Die Öffnung der Straße von Hormus für die Schifffahrt ist ein zentraler Bestandteil dieses Rahmenabkommens. Iran verlangt allen Schiffen eine Beantragung der Durchfahrt (mehr hier). Nach Ablauf der im Abkommen mit den USA genannt 60 Tage will das Land Gebühren für die Passage verlangen. Mehr zum Abkommen: Wo sich die USA und Iran einig sind – und wo großer Streit droht