Datum25.06.2026 23:04
Quellewww.spiegel.de
TLDRSchiedsrichter-Experten kritisieren das frühe 1:0 der deutschen Mannschaft gegen Ecuador durch Leroy Sané. Sie sind sich einig, dass Aleksandar Pavlović zuvor ein klares Foulspiel begangen hat, als er seinen Gegenspieler am Kopf traf. Dies hätte laut den Experten zur Aberkennung des Tores führen müssen. Der Treffer zählt dennoch, was zu Diskussionen über die Entscheidungsfindung des Schiedsrichters und die VAR-Überprüfung führt.
InhaltFrüh im Spiel traf Leroy Sané gegen Ecuador zum 1:0. Eingeleitet wurde der Treffer von Aleksandar Pavlović, der vorher aber seinen Gegner am Kopf traf. Schiedsrichter-Experten sind sich einig: Das Tor hätte nicht zählen dürfen. Der frühere Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Ittrich hätte das frühe 1:0 der DFB-Elf im dritten Gruppenspiel der Fußball-WM gegen Ecuador nicht gegeben. Seiner Meinung nach habe Aleksandar Pavlović unmittelbar vor dem Treffer von Leroy Sané (2. Minute) den Fuß im Zweikampf mit seinem Gegenspieler zu weit oben gehabt. "Vor der Torerzielung ein klares Foulspiel, da lege ich mich fest", sagte Ittrich als Experte bei MagentaTV. "Ein klarer Fußtreffer oben zu sehen." Auch ein weiterer ehemaliger Bundesliga-Referee meldete Zweifel an: "Das ist aus meiner Sicht eine sehr mutige Entscheidung", sagte Lutz Wagner in seiner Rolle als ARD-Experte. "Das wundert mich jetzt sehr, dass da auch kein Einspruch vom VAR kam. Wir hätten uns nicht beschweren können, wenn dieses Tor zurückgenommen wird", sagte der DFB-Schiedsrichter-Lehrwart. Ex-Bundesliga-Schiedsrichter Manuel Gräfe äußerte sich bei der "BILD-Zeitung" . "Diese Entscheidung ist natürlich ein Witz. Zu unseren Gunsten, wir freuen uns, aber objektiv müssen wir sagen: Das ist nicht akzeptabel", sagte er. Für Sané war es das erste Turniertor in seinem insgesamt 14. Spiel bei einer WM oder EM. Die aktuelle Weltmeisterschaft ist das fünfte große Turnier für den 30 Jahre alten Flügelspieler von Galatasaray Istanbul. Um Sané hatte es vor dem Spiel tagelang Diskussionen gegeben. Er spielte bei den ersten beiden Spielen in der Offensiv unauffällig, dafür in der Rückwärtsbewegung konzentriert und aufmerksam. Viele Fans und Experten forderten, Deniz Undav an seiner Stelle in die Startelf zu bringen. Bundestrainer Nagelsmann hielt aber an seiner etablierten Offensive fest, die sich für das weitere Turnier einspielen solle. Dem Datendienstleister Opta zufolge war das Führungstor nach einer Minute und 49 Sekunden das zweitschnellste der deutschen WM-Historie. Noch schneller war nur Ernst Lehner bei der WM 1934 gegen Österreich, der nach 25 Sekunden getroffen hatte.