Datum25.06.2026 21:29
Quellewww.zeit.de
TLDRBei einer Tagung der Gesellschaft für Sicherheitspolitik ergab sich eine Debatte über die deutsche Verteidigungsbereitschaft. Während GSP-Präsident Bartels eine Mehrheit für die Landesverteidigung sieht, äußert Thüringens Innenminister Maier Skepsis. Er verweist auf russische Desinformationskampagnen und pro-russische Tendenzen in Teilen der Gesellschaft. Die Tagung betonte, dass Verteidigung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei, die auch Zivilisten einschließe.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Landesverteidigung“. Lesen Sie jetzt „Kontroverse zur Verteidigungsbereitschaft bei Tagung“. Nach Einschätzung des Präsidenten der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP), Hans-Peter Bartels, lässt sich die Mehrheit der deutschen Gesellschaft für die Verteidigung des Landes gewinnen. Die deutsche Gesellschaft sei nicht pazifistisch, auch wenn manche Politiker diese Ansicht vertreten würden, sagte Bartels bei einer Tagung der Gesellschaft in Erfurt. Bei der Tagung wurden unterschiedliche Einschätzungen deutlich, inwieweit die deutsche Gesellschaft im Falle eines russischen Angriffs auf die Nato bereit zur Verteidigung wäre. Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) äußerte sich skeptischer als Bartels. Es gebe in Deutschland politische Kräfte, "die enge Beziehung auch nach Russland haben". Wenn er in Thüringen unterwegs sei, treffe er immer wieder Menschen, die behaupteten, die Nato trage die Schuld für den russischen Angriff auf die Ukraine. Auch in anderen Teilen Deutschlands sei dieses Narrativ inzwischen verbreitet. Die jahrelangen russischen Versuche, die deutsche Gesellschaft zu destabilisieren, hätten Spuren hinterlassen. Die GSP ist nach eigenen Angaben die älteste sicherheitspolitisch-bildende Organisation in Deutschland. Sie wurde 1952 als "Gesellschaft für Wehrkunde" gegründet, noch vor der Gründung der Bundeswehr 1955. Bei der Tagung wurde von Sprechern immer wieder erklärt, dass die Verteidigung Deutschlands im Falle eines Angriffs nicht nur Sache der Bundeswehr wäre. Es gehe um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der auch Zivilisten in verschiedenen Rollen mitwirken müssten, hieß es. Genannt wurden unter anderem Angehörige ziviler Rettungsorganisationen. © dpa-infocom, dpa:260625-930-284743/1