Warenhauskette Galeria: Galeria erhält Millionenkredit für Sanierung

Datum25.06.2026 19:47

Quellewww.zeit.de

TLDRGaleria erhält einen Kredit von bis zu 160 Millionen Euro für eine dreijährige Sanierung. Trotz der Finanzierung drohen rund 30 der 83 Filialen die Schließung, da das Unternehmen versucht, unwirtschaftliche Standorte zu identifizieren und mit Vermietern über Mietreduzierungen zu verhandeln. Das schwache Konsumklima und die finanzielle Schieflage der Signa-Holding sind Hauptgründe für die Probleme. Galeria hat kürzlich zum dritten Mal Insolvenz angemeldet.

InhaltDie Warenhauskette Galeria bekommt einen neuen Kredit bis zu 160 Millionen Euro. Rund 30 Filialen droht trotzdem die Schließung. Die angeschlagene Warenhauskette Galeria erhält eine neue Kreditfinanzierung von bis zu 160 Millionen Euro. Das sagte eine Sprecherin von Galeria in Düsseldorf. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa sind weitere Filialschließungen geplant. Die Kreditlinie wird durch die US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers bereitgestellt, abgesichert ist sie durch die Ware von Galeria. Die Verhandlungen hatten sich über Wochen hingezogen. Voraussetzung für die Finanzierung war ein von der Unternehmensberatung AlixPartners erstelltes Gutachten zur wirtschaftlichen Lage von Galeria. Das Geld ist an einen über drei Jahre angelegten Sanierungsplan geknüpft, der jetzt umgesetzt werden soll. Galeria wird dabei prüfen, welche Standorte vermietbar sind und mit Vermietern über Mietsenkungen sowie flexiblere Konditionen verhandeln. "Wir durchleuchten das gesamte Filialnetz, denn jedes Haus soll in Zukunft wirtschaftlich tragfähig sein", sagt Galeria-Geschäftsführer Tilo Hellenbock. Als Grund für die Maßnahmen nennt das Unternehmen unter anderem das anhaltend schwache Konsumklima im stationären Einzelhandel. Etwa 30 der derzeit 83 Warenhäuser gelten als Wackelkandidaten und sollen besonders gründlich in den Blick genommen werden. Galeria dürfte in drei Jahren ein deutlich kleineres Filialnetz haben. Hellenbock zog allerdings auch in Betracht, an früheren Standorten wieder Filialen zu eröffnen. Unklar ist, wie viel von dem neuen Geld für Investitionen, zum Beispiel in den Filialen, übrig bleibt. Zunächst soll ein Kredit des Minderheitsgesellschafters Bain Capital abgelöst werden. Dem Vernehmen nach geht es dabei um etwa 80 Millionen Euro. Hinzu kommen noch ausstehende Mietzahlungen. Mehrere Vermieter hatten zuletzt beklagt, dass Mieten von Galeria gar nicht oder nur teilweise gezahlt wurden. Das Unternehmen begründete dies mit Liquiditätsschwankungen und räumte ein, die Vermieter um eine Stundung gebeten zu haben. Weitere Filialschließungen könnten erhebliche zusätzliche Kosten verursachen, etwa für Sozialpläne und Abfindungen für Arbeitnehmer sowie Entschädigungszahlungen an Vermieter. Bereits im März hatte die Handelskette angekündigt, die Mietverträge von acht Filialen neu verhandeln wollen. Schließungen waren nicht ausgeschlossen, hieß es schon damals. Außerdem wird Geld benötigt, um Ware für die Herbst- und Wintersaison zu bestellen. Zuletzt bemühte sich Galeria mit großen Rabattaktionen darum, die Umsätze anzukurbeln. Galeria beschäftigt rund 12.000 Menschen. Anfang 2024 hatte der Konzern zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz angemeldet. Grund dafür war unter anderem die finanzielle Schieflage des Mutterkonzerns Signa.