Gesellschaft: KI-Nacktbilder an Berliner Schule – Polizei ermittelt

Datum25.06.2026 13:03

Quellewww.zeit.de

TLDRZwei Schüler einer Berliner Schule sollen KI-generierte Nacktbilder von Mitschülerinnen verbreitet haben. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der Verbreitung von Jugendpornografie. Auf die Vorfälle reagierten Schulleitung und Schulaufsicht sofort mit Maßnahmen. Der Fall unterstreicht die Herausforderungen im Umgang mit Cyberkriminalität und die Notwendigkeit gesetzlicher Anpassungen, wie sie Bundesjustizministerin Hubig bereits vorgeschlagen hat. Gewalt und Mobbing sind an Berliner Schulen ein zunehmendes Problem.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Gesellschaft“. Lesen Sie jetzt „KI-Nacktbilder an Berliner Schule – Polizei ermittelt“. Zwei Schüler einer Schule in Berlin-Weißensee sollen mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz erstellte Nacktbilder von Mitschülerinnen verbreitet haben. "Wir nehmen Fälle sexualisierter Gewalt an Schulen grundsätzlich sehr ernst", teilte die Senatsverwaltung für Bildung auf Anfrage dazu mit. Die Schulleitung habe sofort nach Bekanntwerden der Vorgänge gehandelt.  "Die Schulgemeinschaft wurde informiert, Ordnungs-, beziehungsweise Erziehungsmaßnahmen kommen zur Anwendung, und umgehend wurde die Polizei eingeschaltet." Auch die Schulaufsicht habe sich unterstützend eingeschaltet. Zuvor hatten die "Berliner Morgenpost" und der "Tagesspiegel" darüber berichtet.  "Es liegen Anzeigen wegen der Erstellung sogenannter Deepfakes vor", sagte ein Sprecher der Berliner Polizei der Deutschen Presse-Agentur. Die Ermittlungen dazu habe die Abteilung des Landeskriminalamts übernommen, die für Sexualdelikte zum Nachteil Minderjähriger zuständig sei. Dabei komme eine Strafbarkeit wegen des Besitzes, der Beschaffung, der Erstellung oder Verbreitung von Jugendpornografie nach Paragraf 184 c des Strafgesetzbuchs in Betracht. Auch unter Opferschutzgesichtspunkten nenne die Polizei keine weiteren Details.  Nach Informationen der "Berliner Morgenpost" wurden die beiden Schüler, die die Deepfakes erstellt haben, mit sofortiger Wirkung vom Unterricht suspendiert.  Erst am Montag hatte Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch die Ergebnisse einer großangelegten Studie zu Gewalt und Mobbing an Berliner Schulen vorgestellt. Danach gehören Gewalt und Konflikte dort inzwischen zum Alltag.  Auf Bundesebene wird bereits seit längerem darüber diskutiert, Gesetzeslücken zu beseitigen, die die konsequente Strafverfolgung von pornografischen Deepfakes und von heimlichen Nacktaufnahmen verhindern. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hat im April einen Gesetzentwurf dazu vorgestellt. © dpa-infocom, dpa:260625-930-280559/2