Datum25.06.2026 09:02
Quellewww.zeit.de
TLDREine Rentenkommission schlägt eine Reform vor, die das umlagefinanzierte System um eine Kapitalrente ergänzen soll. Ziel ist die langfristige Finanzierbarkeit und Zukunftsfestigkeit. Kritiker befürchten höhere Lohnkosten und soziale Schieflagen. Die Reform beinhaltet eine Anhebung des Beitragssatzes, die Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung und die Abschaffung der "Rente mit 63". Die ZEIT-Experten diskutieren Fairness und Machbarkeit.
InhaltWie fair sind die Reformvorschläge zur Rente und ist das langfristig finanzierbar? Diskutieren Sie jetzt live mit den ZEIT-Experten Mark Schieritz und Tina Groll. Es ist eine der heikelsten politischen Fragen dieser Zeit: Wie lässt sich die Rente zukunftsfest machen, ohne neue Ungerechtigkeiten zu schaffen? Die Rentenkommission der Bundesregierung hat in dieser Woche ihre 33 Empfehlungen an Kanzler Friedrich Merz und Arbeitsministerin Bärbel Bas übergeben. Die größte Veränderung: Das Umlagesystem soll künftig auf zwei Beine gestellt werden, eine Kapitalrente mit individuellem Konto soll eingeführt werden. Sowohl der Kanzler als auch die Arbeitsministerin werben dafür, die Vorschläge in ihrer Gesamtheit umzusetzen. Doch sowohl die Wirtschaft als auch die Gewerkschaften sind gar nicht angetan. Die einen warnen vor steigenden Lohnkosten, die anderen vor sozialer Schieflage. Auch unter Ökonomen gibt es kritische Stimmen. Mehr Kapitaldeckung in der gesetzlichen Rente könnte vor allem für Jüngere eine Verbesserung sein, weil das System damit breiter aufgestellt würde. Für Beitragszahler würde die Reform zunächst teurer, der Beitragssatz könnte auf 22 Prozent steigen. Das erhöht die Lohnkosten zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Gleichzeitig soll das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung gekoppelt und die sogenannte Rente mit 63 abgeschafft werden. Sind das überfällige Schritte, weil die demografische Realität uns dazu zwingt? Oder wird hier Sicherheit versprochen, die am Ende vor allem zulasten derer geht, die kurz vor dem Ruhestand stehen? Wir möchten mit Ihnen darüber diskutieren, was an diesen Vorschlägen überzeugt – und was nicht. Was würde diese Reform für Sie persönlich bedeuten? Wie gerecht ist die Regelung für die Babyboomer-Generation, die sich womöglich auf schwächer steigende Renten einstellen muss? Was ist notwendig, wo sollte nachgebessert werden? Darüber können Sie am Donnerstag, 25. Juni, von 9 bis 11 Uhr live im Kommentarbereich dieses Artikels mit Tina Groll und Mark Schieritz diskutieren. Tina Groll ist Redakteurin im Wirtschaftsressort der ZEIT, Mark Schieritz ist stellvertretender Leiter des Politikressorts. Beide beschäftigen sich seit Jahren mit der deutschen Sozial- und Rentenpolitik. Wir freuen uns auf Ihre Einschätzungen und Fragen!Unsere Leserschaft bereichert unseren Journalismus. Hier finden Sie alle Stimmen-Texte.