Datum15.10.2025 20:30
Quellewww.spiegel.de
TLDREin Kabelschaden am Hamburger Hauptbahnhof beeinträchtigt den Zugverkehr bis Donnerstag, mit Auswirkungen bis nach Berlin. Fernzüge wenden oft vorzeitig in Hamburg-Harburg und verkehren nur im Stundentakt. Der Nahverkehr ist ebenfalls betroffen, während die S-Bahn unverändert bleibt. Ein durchfahrender ICE ließ in Berlin 400 Reisende ohne Halt stehen, was zu Irritationen führte. Techniker arbeiten an der Reparatur des Schadens, der bei Bauarbeiten entstand. Hinweise auf eine Straftat gibt es nicht.
InhaltDie massiven Probleme im Bahnverkehr rund um den Hamburger Hauptbahnhof haben offenbar Auswirkungen bis Berlin. In der Hauptstadt ließ ein durchfahrender ICE Hunderte Fahrgäste und sogar Bahnpersonal stehen. Der Zugverkehr am Hamburger Hauptbahnhof bleibt wegen eines Kabelschadens bis voraussichtlich Donnerstagmorgen beeinträchtigt. Das teilte die Deutsche Bahn mit. Züge des Fernverkehrs wenden laut der Bahn teilweise vorzeitig in Hamburg-Harburg. Die Züge des Fernverkehrs aus und in Richtung Süden fahren demnach nur noch im Stundentakt und nur bis oder ab Hamburg-Harburg. Im Nahverkehr aus Richtung Norden enden die Züge der Linie RE7 (Flensburg/Kiel-Hamburg) laut Bahn in Neumünster und die Züge der Linie RE70 (Kiel-Hamburg) in Hamburg-Altona. Regionalzüge aus Richtung Süden fahren ab und bis zum Hauptbahnhof. Der Betrieb der S-Bahn ist nicht beeinträchtigt. Die Auswirkungen sind weit über die Hansestadt hinaus zu spüren: In Berlin sauste am Abend ein ICE durch den Hauptbahnhof, ohne zu halten. Der leere Zug ließ circa 400 am Bahnsteig wartende Fahrgäste sowie das Bahnpersonal stehen, darunter auch Personal mit einer Rampe für eine Rollstuhlfahrerin. "War das gerade unserer?", fragte ein irritierter Bahn-Mitarbeiter. Er war es. Begründung nach telefonischer Rücksprache: kein Personal. Auf SPIEGEL-Anfrage sagte eine Bahnsprecherin zum durchfahrenden Zug, es sei doch bekannt, was in Hamburg los sei. Der Fall erinnert aber zumindest an frühere Vorkommnisse, bei denen der Konzern offenbar Züge ausfallen ließ, um die eigene Pünktlichkeitsstatistik aufzubessern. Die ganze SPIEGEL-Recherche dazu lesen Sie hier . Die Entschuldigung der Bahn für den Mittwoch: Ein Kabelschaden, der bei Bauarbeiten zwischen dem Hauptbahnhof und Altona verursacht wurde. Techniker seien bereits vor Ort und arbeiteten an der Reparatur, hieß es. Hinweise auf eine Straftat liegen laut der Bundespolizei nach derzeitigen Erkenntnissen nicht vor. Der Hamburger Hauptbahnhof ist einer der größten Bahnhöfe in Deutschland. Laut Bahn verkehren auf 14 Gleisen täglich mehr als 800 Züge des Fern- und Nahverkehrs und mehr als 1200 S-Bahnen. Zuletzt kam vor rund drei Wochen der Bahnverkehr zwischen Berlin und Hamburg wegen einer defekten Oberleitung zum Erliegen. Ende Juli war der S-Bahn-Verkehr in Hamburg wegen eines Kabelschadens gestört. Auch im Raum Köln kam es zwischenzeitlich zu vielen Verspätungen und Zugausfällen. Nach einer Stellwerksstörung mit Auswirkungen auf den Bahnverkehr rund um Köln fahren die Züge im Fernverkehr wieder problemlos. Lediglich im Nahverkehr komme es weiterhin zu leichten Verspätungen, teilte ein Bahnsprecher am Abend mit. Die Bahn rief Fahrgäste auf, sich vor Antritt ihrer Reise im Internet oder in der App DB-Navigator über ihre Verbindungen zu informieren.