Datum25.06.2026 06:00
Quellewww.zeit.de
TLDRSturmmöwen brüten aufgrund von Füchsen vermehrt in Hamburg auf Dächern, da diese ihre Eier am Boden fressen. Der halbjährliche Halbmarathon wurde wegen Hitze abgesagt. Der Senat plant einen Rekordhaushalt, der gleichzeitig Sparmaßnahmen vorsieht. Es gab einen Angriff auf Fußballfans und die organisierte Kriminalität verzeichnete hohe Einnahmen. Zudem starben mehrere Radfahrer bei Unfällen.
InhaltDie Elbvertiefung am Donnerstag – Mit dem abgesagten Halbmarathon, vielen neuen Sparmaßnahmen der Stadt und einem weiteren toten Fahrradfahrer dass in Hamburg gerade so viele Sturmmöwen umherfliegen, haben wir im Wesentlichen Füchsen zu verdanken. Viele Küken unternehmen in diesen Tagen im Stadtgebiet erste Flugversuche. Weil sie darin Anfänger sind, wird der ein oder andere sicherlich auf dem Boden notlanden müssen. Falls Sie also kleine, beige Vögelchen mit braunen Flecken auf dem Bürgersteig sehen, wundern Sie sich nicht. Und halten Sie besser Abstand – die Eltern sind bestimmt in der Nähe und geraten schnell in Panik. Gut möglich, dass sie Sie dann bedrohlich anfliegen, und das ist kein Spaß. Aber zurück zur Geschichte mit den Füchsen: Vor einigen Jahrzehnten begannen einige Sturmmöwen damit, zunehmend von der Nordsee her entlang der Elbe ihre Eier in Aufspülungen des Flusssands zu legen. Sie fanden hier offenbar – in ihrer Eigenschaft als Bodenbrüter – gute Plätze für ihre Eier. In den Neunzigerjahren dann ließen sich viele im Hamburger Hafen nieder, vor allem auf der Hohen Schaar. Zwischen den Tanklagern auf der Insel brüteten in Hochzeiten bis zu 4.000 Paare, sagt Alexander Mitschke, der Ornithologe der Vogelschutzwarte Hamburg. "Diese großen Kolonien brachen innerhalb weniger Jahre zusammen, als Füchse in die Hafenflächen eingewandert waren", erzählt Mitschke. Füchse wurden nämlich – nachdem sie großflächig gegen Tollwut immunisiert worden waren –, immer mehr. Und sie fraßen sehr gerne die Eier der Möwen. Die Sturmmöwen machten dann etwas Erstaunliches. Sie suchten sich nicht etwa andere Bodenplätze für ihre Nachkommen – sondern änderten komplett ihre Lebensweise: Sie zogen in "den ersten oder zweiten Stock", wie Mitschke das nennt. Die Sturmmöwen suchten sich also höher gelegene Orte zum Brüten. Etliche zogen dazu etwa auf ein großes Gründach der Spedition Fiege in Moofleet und dann ging es nach und nach ab in die Innenstadt, wo sie fortan ihre Eier in Regenrinnen, auf Balkone – und auf Dachterrassen, wie jene im ZEIT-Gebäude legten. Was lernen wir jetzt daraus? Ich hätte drei Weisheiten im Angebot. 1. Es ist von Vorteil, in seinen Unterkunftsvorlieben flexibel zu bleiben. 2. Wenn der Fuchs kommt, flieg lieber davon. 3. Dachterrassen sind eine gute Sache. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag! Ihre Maria Rossbauer PS: Wie fair sind die Reformvorschläge zur Rente? Und ist das langfristig finanzierbar? Darüber können Sie heute von 9 bis 11 Uhr live im Kommentarbereich dieses Artikels mit Tina Groll und Mark Schieritz aus der ZEIT diskutieren. Beide beschäftigen sich seit Jahren mit der deutschen Sozial- und Rentenpolitik – und freuen sich über Ihre Einschätzungen und Fragen. Wollen Sie uns Ihre Meinung sagen, oder wissen Sie etwas, über das wir berichten sollten? Dann schreiben Sie uns eine E-Mail an hamburg@zeit.de. Der Eintritt auf die Aussichtsplattform der Elbphilharmonie soll künftig nicht mehr kostenlos sein. Von 5. Oktober an werden Menschen voraussichtlich fünf Euro und ermäßigt drei Euro für einen Besuch der Plaza bezahlen müssen. Die Pläne sind Teil des Haushaltsentwurfs, den der Senat gestern vorstellte. Er will das Geld nutzen, um, so heißt es, drohende Kürzungen bei anderen Kulturprojekten und -institutionen zu verhindern. Nach dem Angriff auf eine Gruppe mutmaßlich rechter Fußball-Fans durch mutmaßliche Linksextremisten ermittelt nun der Staatsschutz. 30 bis 40 Vermummte hatten am Samstag nach dem zweiten Vorrundenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Elfenbeinküste an der Fuhlsbüttler Straße Anhänger der Gruppierung "Gemeinsam Deutschland gestalten" mit Messern, Schlagstöcken und Pfeffersprays angegriffen. Sie sollen dabei unter anderem "Nazi-Schweine" gerufen haben. Zwei Menschen sind bei dem Vorfall leicht verletzt worden. Hamburg hat zu wenig altersgerechte, barrierefreie Wohnungen. Derzeit seien nur 57.600 der mehr als eine Million Wohnungen auf diese Weise gestaltet, heißt es in einer vom Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel beauftragten Studie. Der Verband fordert darum vom Bund Zuschüsse für den seniorengerechten Umbau der Wohnungen. In Hamburg haben Verbrecher aus der organisierten Kriminalität im Jahr 2025 fast 151 Millionen Euro eingenommen – mehr als siebenmal so viel wie im Vorjahr. Das geht aus einer Senatsantwort auf eine Große Anfrage der CDU-Bürgerschaftsfraktion hervor. Insgesamt 14 sogenannte OK-Verfahren habe die Polizei 2025 an das Bundeskriminalamt gemeldet. Bei neun Fällen drehte es sich laut Senatsantwort um Drogenschmuggel oder –handel, in vier Fällen ging es um Gewaltkriminalität und in einem Fall um Geldwäsche. Gestern Vormittag ist ein 57-jähriger Radfahrer bei einem Unfall in Wandsbek ums Leben gekommen. Laut Polizei wurde er beim Überqueren der Fahrbahn von einem Auto und einem Transporter erfasst. Damit gibt es schon vier Todesfälle bei Fahrradunfällen im ersten Halbjahr 2026. Der Hamburger Halbmarathon ist wegen der extremen Hitze am Wochenende abgesagt. Das teilte ein Sprecher des Veranstalters "BMS Die Laufgesellschaft mbH" am Mittwochnachmittag der ZEIT mit. Der Halbmarathon hätte am Sonntag, den 28. Juni, in den Straßen Hamburgs stattfinden sollen. 24.000 Läuferinnen und Läufer hatten sich für das Großevent angemeldet. Wetterexperten prognostizieren jedoch für das Hamburger Wochenende Temperaturen von bis zu 37 Grad Celsius. "Nach sorgfältiger Analyse der aktuellen Wetterlage sowie intensiven Gesprächen mit Expertinnen und Experten, den zuständigen Behörden und unseren Partnern sind wir zu dem Entschluss gekommen, den 32. hella hamburg halbmarathon leider nicht wie geplant am 28. Juni 2026 durchzuführen", sagt Steven Richter, Geschäftsführer der "BMS Die Laufgesellschaft mbH" der ZEIT. "Auch wenn uns diese Entscheidung außerordentlich schwergefallen ist, sind wir überzeugt, dass sie im Sinne der Sicherheit aller Beteiligten getroffen werden musste." Bereits in den Tagen zuvor hatte es Gespräche und interne Runden zwischen der Innenbehörde, dem Veranstalter und dem Bezirksamt Hamburg-Mitte gegeben. Noch am Mittwochvormittag sagte ein Sprecher des Veranstalters, man plane sieben Wasserstationen für die Läuferinnen und Läufer aufzubauen. Nun überwogen offenbar doch die Sorgen im Team. Beim letzten Halbmarathon in Hamburg im Jahr 2025 waren zwei Sportler am Streckenrand reanimiert worden. Ein 26 Jahre alter Teilnehmer starb an einer Kopfverletzung, die er sich nach seinem Zusammenbruch zugezogen hatte. Damals fand der Lauf bei bis zu 25 Grad statt, hinzu kam schwüles Wetter. Der Leiter des zuständigen Bezirks Hamburg-Mitte, Ralf Neubauer, spricht von einer sehr vernünftigen Entscheidung. "Bei diesen Temperaturen gilt es, unnötige Risiken unbedingt zu vermeiden", sagt er der ZEIT. Von Tom Kroll Gestern hat der Senat seinen Haushaltsentwurf für die Jahre 2027 und 2028 vorgelegt. Darin wird klar: Hamburg will in den kommenden zwei Jahren mehr Geld ausgeben als je zuvor – und dennoch sparen. Was das bedeutet und wo genau gespart werden soll, ordnen Annika Lasarzik und Frank Drieschner für Sie ein: Um die Hamburgerinnen und Hamburger auf das einzustimmen, was in den nächsten Jahren auf sie zukommt, hat der Erste Bürgermeister der Stadt, Peter Tschentscher (SPD), eine Formel entwickelt. Sie lautet: "Die Lage ist ernst, aber wir befinden uns nicht in einer Krise. Die Zeiten waren schon schwieriger." Am 24. Juni hat der Hamburger Senat seinen Entwurf für den Doppelhaushalt für die Jahre 2027 und 2028 vorgelegt. Ein einzelner Mensch kann dieses Zahlenwerk kaum überblicken. Allein der Einzelhaushalt der Sozialbehörde – der mit knapp vier Milliarden Euro nach dem Schuletat der zweitgrößte ist – umfasst mehr als 300 Seiten. In den beiden kommenden Jahren werden die Zahlen des Doppelhaushalts sich in Gehälter und Pensionen verwandeln, in Asphalt und Beton, in Feuerwehrfahrzeuge, Computerprogramme und Theateraufführungen. Die Planung dieses Vorgangs ist komplex. Tschentschers Aussage "Die Lage ist ernst" heißt, es werden unpopuläre Maßnahmen erforderlich werden. Arbeitszeitverlängerungen für städtische Beschäftigte ist eine davon, höhere Kitagebühren eine andere. Der zweite Teil der Botschaft, "wir befinden uns nicht in einer Krise", soll die Bürgerinnen und Bürger beruhigen: Der Senat hat die Lage im Griff. Die dritte Botschaft, die bei der Vorstellung des Haushaltsplans durchkommt, lautet: Wir sind nicht schuld. Der Bund greife Hamburg permanent in die Tasche, klagten Bürgermeister und Finanzsenator Andreas Dressel (SPD). Sie beziehen sich auf Steuerentlastungen, die in Berlin beschlossen wurden und die Einnahmen der Länder schmälern – etwa die Senkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie und die Erhöhung der Entfernungspauschale für Pendler. Hinzu kommen aus Sicht des Senats überfällige Reformen auf Bundesebene, etwa bei der Erbschaftsteuer oder bei den Sozialausgaben, die stark wachsen und zu einem erheblichen Teil von den Ländern getragen werden. Zwar wird der Stadtstaat in den kommenden beiden Jahren mehr ausgeben als je zuvor – gut 48 Milliarden Euro – und doch wird das Geld knapper, als es das viele Jahre lang war. Was der Grund dafür ist und wo aus Sicht des Senats Sparpotential liegt, lesen Sie in der vollständige Analyse. → Zum Artikel (Z+) Wie gut kennen Sie sich mit Fußball aus? Heute Abend um 22 Uhr spielt in der WM Deutschland gegen Ecuador. Aber wie steht es um Ihr Fußballwissen? Zeigen Sie es uns und vergleichen Sie sich mit anderen. → Zum Fußballtest (Z+) Bei "deep blue notes – alte bilder und neue musik" nehmen der Komponist Bernd Thiele und die Kunsthistorikerin Dagmar Täube vier Bilder aus vier Jahrhunderten in den Blick und übersetzen ihre Wirkung in neue Kompositionen. Ergänzt werden sie durch Geschichten zur Entstehung und Bedeutung der Werke. Im Fokus stehen Werke von Alice Teichert, Rembrandt van Rijn, Katsushika Hokusai und Stefan Lochner. "deep blue notes", 27.6., 19.30 Uhr; Goldbekhaus, Moorfurthweg 9, Tickets bekommen Sie hier Zwei Jugendliche stehen an der Bushaltestelle. Sagt der eine zum anderen: "Cool warm heute." Gehört von Hans-Michael Penneckendorf Das war die Elbvertiefung, der tägliche Hamburg-Newsletter der ZEIT. Wenn Sie möchten, dass er täglich um 6 Uhr in Ihrem Postfach landet, können Sie ihn hier kostenlos abonnieren.