Datum25.06.2026 01:59
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie französische Marine hat zwei Risse im Wrack des 1999 gesunkenen Tankers "Erika" abgedichtet, um das verbliebene Schweröl am Austritt zu hindern. Nach dem Unglück waren tausende Vögel gestorben und 400 km Küste verseucht worden. Ölverschmutzte Vögel wurden zuletzt im Januar entdeckt, was eine anhaltende Umweltgefahr zeigt. Der internationale Einsatz war wegen schwieriger Bedingungen, wie starker Strömung und schlechter Sicht, sehr komplex.
InhaltVor rund 26 Jahren ist der Tanker "Erika" vor der Bretagne gesunken – mit katastrophalen Folgen für die Umwelt. Noch immer lagert Schweröl in den Wrackteilen. Nun wurde ein schwieriger Einsatz in der Tiefe nötig. Mehr als 26 Jahre nach dem Untergang des Tankers "Erika" und der darauffolgenden Ölpest vor Frankreichs Westküste hat die Marine zwei Risse in dem Wrack abgedichtet. Damit solle das Austreten von im Wrack verbliebenem Schweröl in die Umwelt verhindert werden, erklärte die maritime Präfektur in Brest. Im Januar waren an Stränden der Region erneut Vögel entdeckt worden, die mit Öl verschmutzt waren. Experten schätzten, dass es aus dem Wrack der "Erika" stammt. Der Tanker war im Dezember 1999 bei einem Sturm im Golf von Biscaya auseinandergebrochen. Mehr als 20.000 Tonnen Schweröl verschmutzten etwa 400 Kilometer der französischen Küste. Bis zu 150.000 Vögel starben an den Folgen der Ölpest. Nach der Havarie wurde das allermeiste Öl abgepumpt. Ein Teil ist allerdings in den Wrackteilen verblieben. Sie liegen 90 beziehungsweise 130 Meter tief auf dem Meeresboden in schwer zugänglichen Bereichen. Mithilfe eines ferngesteuerten Unterwasserroboters seien die beiden Wrackteile nun auf ihren Zustand und ihre Unversehrtheit hin untersucht worden, erklärte die Präfektur. An den festgestellten Rissen seien dann Abdichtungsvorrichtungen installiert worden. Aufgrund der starken Strömung und schlechter Sichtverhältnisse sei der Einsatz sehr anspruchsvoll gewesen. Der französische Vogelschutzbund (LPO) hatte Ende Januar Alarm geschlagen , weil an der Küste auch Jahrzehnte nach dem Untergang der "Erika" und eines weiteren Tankers ölverschmutzte Vögel gefunden wurden. Dies zeuge von einer anhaltenden Umweltverschmutzung, die die Artenvielfalt bedrohe. Die maritime Präfektur erklärte daraufhin, dass seit dem Sommer 2000 ein dauerhaftes Überwachungssystem für das betroffene Gebiet eingerichtet worden sei. Dabei kämen Schiffe, Flugzeuge und Satelliten zum Einsatz. Obwohl zunächst kein Ölaustritt festgestellt wurde, entschied die Behörde sich zu dem jetzt erfolgten Einsatz am Wrack.