Blumenkübel-Streit in Schwanau: Maschinenbauunternehmen Herrenknecht erwägt Verlagerung des Standorts

Datum24.06.2026 21:02

Quellewww.spiegel.de

TLDRDer Maschinenbauer Herrenknecht erwägt eine Standortverlagerung aus Schwanau. Auslöser ist ein Streit mit der Gemeindeverwaltung über Verkehrsberuhigungsmaßnahmen, insbesondere um aufgestellte Blumenkübel. Firmenchef Martin Herrenknecht kritisiert die Prioritätensetzung der Verwaltung und droht mit der Abwanderung von Geschäftsbereichen. Die Gemeinde verteidigt die Maßnahmen als Beitrag zur Verkehrsberuhigung, während über alternative Standorte wie Rust spekuliert wird.

InhaltAus einem Konflikt um Verkehrsberuhigung wird eine Standortdebatte: Der Tunnelbohrmaschinen-Pionier Martin Herrenknecht erwägt, einen Teil seines Unternehmens aus seiner Heimatgemeinde abzuziehen. Der Streit über die umstrittenen Blumenkübel in Schwanau nimmt neue Fahrt auf. Unternehmer Martin Herrenknecht übt scharfe Kritik an der Gemeindeverwaltung und droht sogar damit, sein Unternehmen teilweise zu verlagern. Auslöser der Auseinandersetzung sind Verkehrsberuhigungsmaßnahmen auf Straßen rund um das Werksgelände der Herrenknecht AG. Bereits im vergangenen Jahr hatten aufgestellte Blumenkübel für Ärger gesorgt. Damals ließ Herrenknecht einen Teil der Kübel entfernen, da er eine Gefahr für seine Beschäftigten auf dem Arbeitsweg sah. Nun legt der Firmenchef nach. Anstatt selbst aktiv zu werden, wirft er der Verwaltung vor, sich mit Nebensächlichkeiten zu beschäftigen. Sie solle sich stärker um die wirtschaftliche Entwicklung kümmern als um Blumenkübel, so seine Kritik. Besonders deutlich wird Herrenknecht bei der Frage nach den Folgen des Konflikts. Nach seinen Angaben wird geprüft, einzelne Unternehmensbereiche an andere Standorte zu verlagern. Genannt werden unter anderem Aktivitäten im Servicegeschäft und im Bereich der Tiefengeothermie. Als möglicher Standort wird Rust ins Spiel gebracht. Die Behörden verteidigen die Verkehrsmaßnahmen. Die Blumenkübel seien Teil eines Konzepts zur Verkehrsberuhigung und sollten zur Senkung der Geschwindigkeit beitragen. Ob die Kübel erneut aufgestellt werden, liegt letztlich in der Verantwortung der Gemeinde. Der ungewöhnliche Streit zwischen einem der bekanntesten Unternehmer der Region und seiner Heimatgemeinde dürfte die Diskussionen in Schwanau weiter anheizen.