Datum24.06.2026 18:00
Quellewww.zeit.de
TLDREine aktuelle Umfrage in Brandenburg zeigt erheblichen Unmut über die Landesregierung des Bündnisses aus SPD und CDU. Fast zwei Drittel sind unzufrieden, da wenig Fortschritte in Bereichen wie Bildung und Sicherheit erwartet werden. Gleichzeitig erreicht die AfD mit 37 Prozent einen Höchstwert. Die SPD liegt bei 22 Prozent, CDU und Linke bei je 12 Prozent. Das BSW verpasst knapp den Einzug in den Landtag. Ministerpräsident Woidke bleibt populär, doch die Zufriedenheit mit seiner Arbeit sinkt.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Brandenburg“. Lesen Sie jetzt „Umfrage: AfD mit Höchstwert – Rückhalt für Koalition schwach“. Rund hundert Tage nach Amtsantritt steckt die SPD/CDU-Landesregierung in Brandenburg nach einer aktuellen Umfrage im Stimmungstief. Fast zwei Drittel der Bürger sind mit der Koalition unzufrieden. Zudem erreicht die AfD in der Sonntagsfrage ihren Höchstwert. Das geht aus dem Brandenburg-Trend des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag von rbb24 Brandenburg aktuell und Antenne Brandenburg hervor. 28 Prozent der Brandenburgerinnen und Brandenburger sind demnach mit der CDU/SPD-Koalition zufrieden, 62 Prozent unzufrieden. Bei der Lösungskompetenz in einzelnen Feldern herrscht Skepsis: So glauben fast zwei Drittel (62 Prozent) der Befragten nicht, dass die Koalition die Dinge in Schule und Bildung voranbringen wird – 27 Prozent erwarten eine positive Entwicklung. Auch in anderen Bereichen wie Polizei und Sicherheit, Zuwanderung und Flüchtlinge sowie Wirtschaft ist die Mehrheit der Meinung, dass die Regierung keine Verbesserungen auf den Weg bringen wird. Wenn am Sonntag Landtagswahl wäre, käme die AfD der Umfrage zufolge auf den bisherigen Höchstwert von 37 Prozent. Das sind zwei Prozentpunkte mehr als bei der Brandenburg-Umfrage vom Dezember 2025. Die SPD bliebe bei 22 Prozent, die CDU käme auf 12 Prozent (minus zwei Punkte). Die Linke gewinnt drei Punkte hinzu und käme auf 12 Prozent. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), das bis Januar dieses Jahres mit der SPD regierte, verliert drei Punkte und würde vier Prozent erreichen. Damit wäre der Einzug in den Landtag wegen der Fünf-Prozent-Hürde verpasst. Die Grünen kämen auf sechs Prozent (plus 1 Punkt), wenn am Sonntag gewählt würde. Für die repräsentative Umfrage wurden den Angaben zufolge vom 18. bis 22. Juni 1.159 Wahlberechtigte in Brandenburg befragt. Die Schwankungsbreite beträgt 2 Prozentpunkte bei einem Anteil von 10 Prozent, 3 Prozentpunkte bei 50 Prozent. Bekanntester und beliebtester Politiker bleibt Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Eine Mehrheit von 57 Prozent spricht sich dafür aus, dass er bis zur nächsten Landtagswahl 2029 im Amt bleibt – dagegen halten 31 Prozent eine vorzeitige Übergabe an einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für angebracht. Mit Woidkes politischer Arbeit sind 46 Prozent zufrieden, in der Dezember-Umfrage waren es 48 Prozent. Zu Beginn der Vorgängerregierung aus SPD und BSW im Dezember 2024 bewerteten 55 Prozent seine Arbeit positiv. Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang. © dpa-infocom, dpa:260624-930-277348/1