Datum24.06.2026 16:00
Quellewww.zeit.de
TLDRMinisterpräsident Pedro Sánchez weist Korruptionsvorwürfe gegen sein Umfeld zurück und lehnt Neuwahlen ab. Er kritisiert Versuche, verschiedene Fälle zu vermischen, um systemische Korruption zu suggerieren. Nach der Verurteilung seines früheren Ministers, José Luis Ábalos, betonte Sánchez seine Unwissenheit und Nicht-Toleranz. Gegen seine Ehefrau Begoña Gómez wird wegen mutmaßlicher Einflussnahme ermittelt. Die Sozialisten sehen darin eine politisch motivierte Kampagne rechter Kreise.
InhaltNach neuen Korruptionsfällen in seinem Umfeld steht Pedro Sánchez unter Druck. Vor dem Parlament in Madrid wies Spaniens Ministerpräsident alle Vorwürfe zurück. Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez hat die Vorwürfe einer "weit verbreiteten" Korruption in seinem persönlichen und politischen Umfeld zurückgewiesen und Forderungen der Opposition nach Neuwahlen abgelehnt. In einer Ansprache vor dem Parlament in Madrid sagte der sozialistische Regierungschef, politische und mediale Akteure versuchten, unterschiedliche Fälle zu vermischen und so in der Öffentlichkeit den Eindruck systemischer Korruption zu erzeugen. Sánchez äußerte sich zwei Tage nach der Verurteilung seines früheren Verkehrsministers und engen Vertrauten José Luis Ábalos zu 24 Jahren Haft wegen Korruption. Sánchez unterstrich, er habe von diesen Praktiken nichts gewusst und hätte sie in diesem Fall auch nicht toleriert. Zugleich räumte der 54-Jährige ein, seine Regierung sei nicht unfehlbar, werde aber nicht "schweigen oder aufgeben". Sánchez war 2018 ins Amt gekommen, nachdem die konservative Regierung von Mariano Rajoy infolge mehrerer Korruptionsaffären gestürzt worden war. Er steht seit Längerem wegen mehrerer Justizverfahren aus dem Umfeld seiner Partei, der sozialistischen PSOE, unter Druck. Ihm selbst wird bislang jedoch kein Fehlverhalten vorgeworfen. Gegen seine Ehefrau Begoña Gómez wurde wegen mutmaßlicher Einflussnahme ermittelt. Sie sollte am Mittwoch ihren Pass bei der Justiz abgeben, nachdem ein Richter Fluchtgefahr geltend gemacht und ihr die Ausreise aus Spanien untersagt hatte. Gómez wurden unter anderem Unterschlagung, unzulässige Einflussnahme, Korruption und Veruntreuung vorgeworfen. Im Zentrum stand auch der Vorwurf, an der Universität Complutense in Madrid sei eigens für sie ein Lehrstuhl geschaffen worden. Gómez und Sánchez wiesen die Vorwürfe zurück. Die Sozialisten sprachen wiederholt von einer politisch motivierten Kampagne rechtskonservativer Kreise, die auf einen Sturz der linken Regierung ziele.