Datum24.06.2026 15:51
Quellewww.spiegel.de
TLDRDas Porträt von Altkanzlerin Angela Merkel wird bald in der Ahnengalerie des Kanzleramts hängen. Nach ihrer Amtszeit hat sie sich mit dem Gedanken angefreundet, "Geschichte zu werden". Das Gemälde, entstanden durch ein Modellstehen für den jungen Künstler Jérémie Queyras, wird ab nächstem Dienstag im Bode-Museum ausgestellt und anschließend im Kanzleramt platziert, wo es neben früheren Bundeskanzlern wie Gerhard Schröder hängen wird.
InhaltIn der Ahnengalerie des Kanzleramts ist das aktuellste Bild ein Porträt von Gerhard Schröder. Das wird sich bald ändern. Das Gemälde von Angela Merkel soll kommenden Dienstag vorgestellt werden. Seit viereinhalb Jahren ist Angela Merkel, 71, keine Bundeskanzlerin mehr. Nun soll ihr Porträt bald endlich in der Ahnengalerie des Kanzleramts hängen. Die Altkanzlerin hadert noch mit dem Gedanken. "Es ist komisch, wenn man langsam Geschichte wird", sagte die 71-Jährige der Wochenzeitung "Die Zeit" . Sie versuche aber, es mit Gleichmut zu nehmen: "Da häng ich dann eben." Im ersten Stock des Kanzleramts hängt die Ahnengalerie der Bundeskanzler der Republik, gemalt und gerahmt, von Konrad Adenauer bis Gerhard Schröder. Mit dem goldenen Konterfei des SPD-Politikers, geschaffen von Jörg Immendorff, endet die Reihe bisher. Das wird sich bald ändern. Das Porträt von Merkel soll am kommenden Dienstag im Bode-Museum in Berlin vorgestellt werden. Vom 1. Juli bis 4. Oktober können Besucher es dort sehen. Danach soll das Bild in die Ahnengalerie im Kanzleramt kommen. Die lange Wartezeit ist nicht ungewöhnlich. Helmut Schmidts Porträt wurde 1986 fertiggestellt, vier Jahre nach dem Ende seiner Kanzlerschaft. Bei Helmut Kohl dauerte es nach seiner Abwahl fünf Jahre, bis sein Porträt ins Kanzleramt gehängt wurde. Merkel stand dem Bericht der "Zeit" zufolge monatelang Modell für das Gemälde des bisher eher unbekannten Künstlers Jérémie Queyras. Der 28-Jährige habe seit dem Sommer vergangenen Jahres immer wieder die ehemalige Bundeskanzlerin getroffen und diese in einem eigens dafür eingerichteten Atelier in Berlin porträtiert. Wie Merkel der "Zeit" sagte, hatte sich Queyras 2022 informell bei ihr beworben, das Porträt malen zu dürfen. Erst im Juni 2025, nach einer ersten Begegnung, habe sie sich für den Maler entschieden. Queyras wuchs dem Bericht zufolge in Freiburg auf, studierte Kunst in London und Paris und ist für den Porträt-Auftrag nach Berlin gezogen. Auch Merkels Nachfolger Olaf Scholz wird wohl noch in der Ahnengalerie verewigt. Bisher ist nicht bekannt, ob Scholz schon einen Künstler oder eine Künstlerin beauftragt hat.