Datum24.06.2026 15:32
Quellewww.spiegel.de
TLDRUS-Präsident Trump dementiert Berichte über iranische Gebühren für die Straße von Hormus. Er erklärte, dass Iran keine Abgaben verlange und die Verhandlungen andernfalls beendet würden. Die USA und Iran verhandeln über technische Details einer Friedensvereinbarung, doch es gibt widersprüchliche Angaben zu finanziellen Anreizen und der Kontrolle der strategisch wichtigen Meerenge. Trump steht wegen des Deals in den USA in der Kritik.
InhaltSollte Iran doch eine Abgabe verlangen, würden die Verhandlungen sofort enden, so Trump. Wegen einer möglichen Gebühr steht der US-Präsident in der Kritik – auch von Hardlinern aus den eigenen Reihen. US-Präsident Donald Trump zufolge fordert Iran keine Gebühren für eine Schiffspassage durch die Straße von Hormus. Iran habe die USA darüber informiert, dass entgegen anderslautenden Berichten keine Zölle, Versicherungskosten oder sonstige Abgaben verlangt oder eingenommen würden, schreibt Trump in einem Social-Media-Beitrag . Sollte sich dies als Falschinformation herausstellen, würden die Verhandlungen sofort beendet werden, erklärt er weiter. Nach dem Abschluss eines Rahmenabkommens verhandeln die USA und Iran derzeit über technische Details einer endgültigen Friedensvereinbarung. Beide Seiten machten zuletzt widersprüchliche Angaben über finanzielle Anreize für die Regierung in Teheran, die Kontrolle über die strategisch wichtige Straße von Hormus und den parallelen Krieg Israels im Libanon. Trump sieht sich wegen des Abkommens in den USA Kritik ausgesetzt, auch von Hardlinern aus den Reihen seiner Republikanischen Partei. Iran hatte die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus kurz nach Beginn der Angriffe der USA und Israels blockiert. Danach brach der Ölhandel ein. Inzwischen durchqueren wieder mehr Schiffe die Straße von Hormus. Die Zahl der Schiffspassagen ist seit der Unterzeichnung der Absichtserklärung zwischen den USA und Iran gestiegen, auch wenn das Verkehrsaufkommen laut Daten des Dienstleisters Kpler weiterhin unter dem Vorkriegsniveau liegt. "Schätzungen zufolge wurden in den vergangenen Tagen täglich etwa sechs bis sieben Millionen Barrel Öl durch die Meerenge transportiert", erklärten Analysten der ING-Bank. Das ist noch weit entfernt von den fast 20 Millionen Barrel pro Tag, die dort vor Beginn des Krieges täglich transportiert wurden. Allerdings haben Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate ihre Ölexporte in den vergangenen Monaten über alternative Routen etwa per Pipeline erheblich gesteigert. Am Dienstag kündigte die Uno-Seeschifffahrtsorganisation den Start ihres Plans zur Evakuierung der in der Straße von Hormus festsitzenden Seeleute und Schiffe an. Sie habe dafür die "notwendigen Sicherheitsgarantien" erhalten, erklärte sie. Der US-Präsident redet die Verhandlungen mit Iran schön – präsentiert für den Notfall aber schon mal einen Sündenbock. Denn ein echter Frieden liegt in weiter Ferne. Warum es nun selbst in republikanischen Reihen rumort, lesen Sie hier.