Datum24.06.2026 06:40
Quellewww.zeit.de
TLDRChina hat mit dem Supercomputer LineShine die USA in der Weltrangliste überholt. LineShine aus Shenzhen ist mit über zwei Trillionen Rechenoperationen pro Sekunde der schnellste Rechner der Welt und basiert ausschließlich auf chinesischen Prozessoren. Dies markiert eine symbolische Meilenstein im Technologiewettbewerb zwischen China und den USA. Der bisherige Spitzenreiter, El Capitan aus den USA, liegt nun auf Platz zwei. Die Rangliste wird zweimal jährlich veröffentlicht.
InhaltJahrelang führten die USA, jetzt gilt LineShine aus Südchina als schnellster Rechner der Welt. Er schafft mehr als zwei Trillionen Rechenoperationen pro Sekunde. Ein Supercomputer in China hat seine US-Konkurrenz als leistungsstärkster Rechner der Welt überholt. Das System LineShine aus der südchinesischen Metropole Shenzhen verdrängte den bislang führenden US-Supercomputer El Capitan von Platz eins der TOP500-Rangliste der schnellsten Computer der Welt. Damit steht erstmals seit 2017 wieder ein chinesischer Rechner an der Spitze eines Rankings, das als Maßstab für die technologische Leistungsfähigkeit eines Landes gilt. Für LineShine ist es das Debüt in der Liste. Bewertet werden die schnellsten Computer der Welt nach einem einheitlichen Leistungstest. Danach erreichte der LineShine-Supercomputer, der am chinesischen National Supercomputing Center steht, eine Leistung von 2,198 Exaflops erreicht – das entspricht mehr als zwei Trillionen Rechenoperationen pro Sekunde. LineShine wurde ausschließlich mit in China entwickelten Prozessoren gebaut. Bisher enthielten die meisten der weltweit führenden Rechner in den USA hergestellte Chips. Der Spitzenplatz hat deshalb auch symbolische Bedeutung im Technologiewettbewerb zwischen China und den USA. Der US-Supercomputer El Capitan am Lawrence Livermore National Laboratory der US-Regierung in Kalifornien liegt nun auf Platz zwei. Er kam laut der Liste auf eine Rechenleisung von 1,809 Exaflops. Auf Platz drei und vier der Rangliste stehen zwei weitere Supercomputer aus den USA. Auf Platz fünf folgt ein deutscher Computer: der Jupiter Booster vom Forschungszentrum Jülich. Er gilt damit als der schnellste Supercomputer Europas. Supercomputer werden unter anderem für Klimamodelle, Materialforschung, Industrieanwendungen und Künstliche Intelligenz genutzt. LineShine unterscheidet sich von anderen Hochleistungsrechnern dadurch, dass er vollständig auf herkömmlichen Prozessoren (CPUs) basiert und nicht auf Grafikprozessoren (GPUs), die häufig für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz genutzt werden. Laut TOP500 benötigt er für den Betrieb rund 42,2 Megawatt Strom. Das Supercomputer-Ranking wird zweimal jährlich veröffentlicht und in der Branche mit Spannung erwartet. Die neueste Liste wurde am Dienstag bei der Supercomputing-Konferenz ISC in Hamburg vorgestellt. US-Präsident Donald Trump hatte bereits am Montag ein Aufrüsten im technologischen Wettlauf mit China angekündigt. Er unterzeichnete zwei Dekrete, um den Bau eines leistungsstarken Quantencomputers voranzutreiben. Die US-Regierung peilt an, einen solchen Computer in den kommenden Jahren für die wissenschaftliche Forschung fertigzustellen.