Güterverkehr: Privatbahnverband fordert Aufarbeitung der Funkstörung im Zugverkehr

Datum24.06.2026 04:50

Quellewww.zeit.de

TLDRDer Verband der privaten Güterbahnen fordert eine unabhängige Aufarbeitung der Funkstörung, die den Bahnverkehr bundesweit lahmlegte. Besonders der Güterverkehr, oft nachts unterwegs, war stark betroffen. Geschäftsführer Peter Westenberger betont die Notwendigkeit einer besseren Überwachung der Schieneninfrastruktur und fordert die Einrichtung eines Bundesamts für Schieneninfrastruktur. Die Störung des digitalen Bahnfunk GSM-R, deren Ursache noch unklar ist, trat kurz vor einer Aufsichtsratssitzung der Deutschen Bahn auf, bei der die Zukunftsstrategie von Bahnchefin Evelyn Palla vorgestellt werden soll.

InhaltDie Funkstörung bei der Bahn hat auch Güterzüge lahmgelegt, die besonders häufig nachts fahren. Private Güterbahnbetreiber fordern ein Amt für Schieneninfrastruktur. Nach dem mehrstündigen Ausfall des Bahnverkehrs in Deutschland hat der Verband der privaten Güterbahnen eine genaue Aufarbeitung gefordert. Die Ursache für den Ausfall, der neben Personenzügen auch den Güterverkehr betraf, dürfe "nicht allein durch eine ›Selbstauskunft‹ der DB InfraGo als Betreiberin beantwortet werden", sagte Verbandsgeschäftsführer Peter Westenberger der Nachrichtenagentur dpa. DB InfraGo bewirtschaftet die Infrastruktur der Deutschen Bahn. Der Schieneninfrastrukturbetrieb müsse besser überwacht und gesteuert werden, sagte Westenberger. Dazu fordert der Verband seit Langem, ein Bundesamt für Schieneninfrastruktur einzurichten. Die privaten Güterbahnen konkurrieren mit DB Cargo. Ihre Züge waren gleichermaßen von der Störung betroffen, ausgerechnet am späten Abend. "Da der Güterverkehr zu einem erheblichen Teil in den Nachtstunden unterwegs ist, sind die Beeinträchtigungen durch den Shutdown auch sehr hoch", sagte Westenberger. Der Bahnverkehr war am späten Dienstagabend wegen einer Funkstörung eingestellt worden. Den Angaben eines Sprechers der Deutschen Bahn zufolge war der digitale Bahnfunk GSM-R gestört. Die genaue Ursache ist noch unklar. Rund zwei Stunden nach Beginn der Störung fuhren erste Züge wieder. Bahnchefin Evelyn Palla sagte der Bild-Zeitung, die Bahn habe ein Notfallsystem in Betrieb genommen. Die Funkstörung mit ihren drastischen Auswirkungen auf den Zugverkehr ereignete sich kurz vor einer Tagung des Aufsichtsrates der Deutschen Bahn. Bei der Sitzung an diesem Mittwoch und Donnerstag will Palla ihre Strategie für die kommenden Jahre vorstellen. Sie leitet seit vergangenem Herbst den Konzern und hat weitreichende Umstrukturierungen angekündigt. Insbesondere will Palla die Konzernzentrale deutlich verschlanken. Aktuelles Thema des Treffens dürfte nun aber auch die bundesweite Störung des Bahnfunks sein.