YouTube einigt sich mit 16-Jährigem außergerichtlich

Datum24.06.2026 04:38

Quellewww.spiegel.de

TLDRYouTube hat eine Klage eines 16-Jährigen beigelegt, der schwere psychische Probleme durch die Nutzung der Plattform erlitten haben soll. Der Junge warf YouTube und anderen sozialen Medien vor, süchtig gemacht und zu Depressionen sowie Angstzuständen geführt zu haben. Die Einigung erfolgte außergerichtlich. Meta, Snap und TikTok stehen weiterhin vor Gerichtsverfahren in Kalifornien. Dies ist Teil einer größeren Welle von Klagen gegen Tech-Konzerne in den USA wegen der angeblichen Suchtgefahr ihrer Plattformen für Minderjährige.

InhaltWegen erlittener Depressionen und Angstzuständen klagt ein Jugendlicher in Kalifornien gegen YouTube. Die Google-Tochter hat die Klage nun beigelegt. Tausende derartiger Verfahren sind noch vor US-Gerichten anhängig. Die Google-Tochter YouTube hat eine Klage eines Minderjährigen beigelegt, der der Plattform vorwarf, seiner psychischen Gesundheit geschadet zu haben. Das teilten die Anwälte ​des Klägers am Dienstag (Ortszeit) mit. Über die Bedingungen der außergerichtlichen Einigung wurde Stillschweigen vereinbart. "Unsere Konzentration liegt weiterhin darauf, altersgerechte ‌Produkte und Kindersicherungen zu entwickeln", teilte ein Google-Sprecher mit. Die Anwälte des Klägers erklärten hingegen: "Die Entscheidung von YouTube, diesen Fall beizulegen, bevor es sich einer Jury stellen muss, spricht für sich." Die Klage war ursprünglich gegen vier Unternehmen gerichtet. Neben YouTube waren dies die Meta-Tochter Instagram, Snapchats Mutterkonzern Snap und ​die zu ByteDance gehörende Plattform TikTok. Die verbleibenden drei Unternehmen müssen sich dem Gerichtsverfahren in Kalifornien im ⁠Juli weiterhin stellen. ⁠ Der Kläger, ein 16-jähriger Junge aus Florida, hatte Gerichtsunterlagen zufolge im Alter von etwa acht Jahren mit der Nutzung sozialer Medien begonnen. Er sei süchtig geworden und habe unter ‌Schlafstörungen, Depressionen und Angstzuständen gelitten. Der Fall ist Teil einer Klagewelle ​in den USA ‌gegen Social-Media-Konzerne wegen der mutmaßlichen Suchtgefahr ihrer Plattformen für junge Nutzer. Mehr als 3300 derartige Klagen sind allein vor einem kalifornischen Gericht anhängig, weitere 2600 bei einem Bundesgericht. Die Unternehmen weisen die Vorwürfe zurück und geben an, umfangreiche Maßnahmen zum ‌Schutz junger Nutzer zu ergreifen. In einem ersten derartigen Verfahren in Kalifornien hatte eine Jury im März Meta und Google der Fahrlässigkeit für schuldig befunden und zu Schadenersatzzahlungen ‌von 4,2 Millionen beziehungsweise 1,8 Millionen ​Dollar verurteilt. Lesen Sie hier mehr dazu: Wie eine junge Frau Meta‑Chef Mark Zuckerberg besiegte  In einem anderen Fall ‌zahlten die vier Konzerne einem Schulbezirk in Kentucky in einem ‌Vergleich insgesamt 27 ​Millionen Dollar. Auch fast alle US-Bundesstaaten haben Klagen eingereicht. In einem ersten dieser Verfahren verurteilte eine Jury im Bundesstaat New ​Mexico den Konzern Meta zur Zahlung ⁠von 375 Millionen Dollar (mehr dazu hier). Im kommenden ​Monat muss ​sich Meta zudem einem Prozess im Bundesstaat Tennessee stellen.