Zugverkehr: Was über den Bahnausfall in ganz Deutschland bekannt ist

Datum24.06.2026 03:53

Quellewww.zeit.de

TLDRAm späten Dienstagabend kam es bundesweit zu einem zweistündigen Zugausfall. Grund war eine Störung im digitalen Mobilfunk GSM-R, der für die Kommunikation zwischen Lokführern und Stellwerken unerlässlich ist. Die Deutsche Bahn setzte ein Notfallsystem ein, um den Verkehr wieder aufnehmen zu können. Die genaue Ursache der Störung und ob es sich um einen technischen Fehler oder Vorsatz handelt, ist noch unklar. Es kam zu erheblichen Verspätungen und Ausfällen im Personen- und Güterverkehr.

InhaltRund zwei Stunden lang standen Züge bundesweit still. Der Grund: Die Funkverbindung von Lokführern und Stellwerken war ausgefallen – Ursache unklar. Ein Überblick In Deutschland ist am späten Dienstagabend über mehrere Stunden der Zugverkehr ausgefallen. Die Deutsche Bahn setzte ein Notfallsystem in Betrieb, sodass die Züge in der Nacht wieder fahren konnten. Was genau ist passiert? Gibt es Angaben zur Ursache der Störung? Die Deutsche Bahn hat am Dienstagabend gegen 22.30 Uhr wegen einer Funkstörung den Zugverkehr bundesweit eingestellt. Neben dem Fernverkehr standen S-Bahnen und private Bahnen still, ebenso der Güterverkehr. Kurz nach Mitternacht fuhren die ersten Züge wieder. Die Deutsche Bahn setzte ein Notfallsystem ein, sagte deren Vorstandsvorsitzende, Evelyn Palla, der Bild-Zeitung. Wie viele Züge und Reisende von dem Vorfall betroffen waren, ist noch unbekannt. Ebenso wenig ist klar, wie sich die Störung auf Auslandsverbindungen auswirkte. Die Deutsche Bahn nennt als Ursache eine Störung im digitalen Mobilfunk GSM-R. Zwar hieß es, das Problem sei mit dem Einsatz eines Notfallsystems gelöst. Unklar ist aber, ob die eigentliche Funkstörung behoben ist. Was sie auslöste, ist ebenfalls unbekannt. Die Ursache für das Problem "müssen wir jetzt klären", sagte Bahn-Chefin Palla der Bild-Zeitung. Nähere Angaben dazu machte die Bahn bislang nicht. Daher lässt sich auch noch nicht klären, ob es sich um einen technischen Fehler gehandelt oder ob vorsätzliches Handeln zu der Störung im Bahnverkehr geführt haben könnte. Auch mögliche Folgeschäden lassen sich derzeit nicht abschätzen. Der digitale Mobilfunk GSM-R (Global System for Mobile Communications ‌for Railways) ist eine Art exklusives Mobilfunknetz für den deutschen Zugverkehr. Darüber kommunizieren die Lokführer mit den Mitarbeitern in den Stellwerken. Jeder Streckenabschnitt in Deutschland wird von einem Stellwerk überwacht. Es ist zwar theoretisch möglich, ohne GSM-R zu fahren, praktisch ist es jedoch nicht erlaubt. Denn nur über den Mobilfunk kann der Fahrdienstleiter im Stellwerk dem Lokführer Bescheid geben, falls ein Signal fälschlicherweise grün anzeigt, obwohl die Strecke blockiert ist. Andersherum kann ein Lokführer über GSM-R einen sogenannten Nothaltauftrag an alle Züge in der Nähe absetzen, wenn er Personen im Gleis sieht. Für Notfälle gibt es auch ein GSM-D-Netz. Das war nach ZEIT-Informationen allerdings offenbar ebenfalls ausgefallen. Neben dem Reiseverkehr der Deutschen Bahn hat die Störung unter anderem den Güterverkehr gestoppt, der vor allem abends und nachts unterwegs ist. Betroffen waren in einigen Städten auch Privatbahnen im Reise- und Güterverkehr sowie S-Bahnen, die von der Deutschen Bahn betrieben werden. In Berlin war beispielsweise der Verkehr im gesamten S-Bahn-Netz eingestellt. Viele Reisende saßen über längere Zeit in Zügen fest oder warteten vergeblich an Bahnhöfen. In mehreren Bahnhöfen stellte die Deutsche Bahn Aufenthaltszüge für gestrandete Reisende bereit. Zuvor hatte Bahn-Chefin Palla der Bild-Zeitung gesagt, es werde nun versucht, die Züge in die Bahnhöfe zu bekommen. Zum Teil konnten Bahnreisende auf Kosten der Deutschen Bahn auf Taxis oder Hotels ausweichen. In Frankfurt am Main informierte die Bahn, wer mit dem Deutschlandticket unterwegs sei, solle sich ein Taxi oder ein Hotel nehmen und die Kosten über die Fahrgastrechte einreichen. Erstattet werden demnach bis 120 Euro. Ein Bahnsprecher sagte, es würden Taxi- und Hotelgutscheine ausgegeben. Ein genauer Zeitpunkt ist noch offen. Zwar fahren wieder Züge, aber die Deutsche Bahn rechnet mit "mit hohen Folgeverspätungen und kurzfristigen Fahrtausfällen" über mehrere Stunden – mindestens bis in den frühen Morgen hinein. Auf der Regionalseite der DB für Nordrhein-Westfalen hieß es nach dem Ende der Störung: "Bis sich der Bahnverkehr wieder normalisiert hat, wird es jedoch noch einige Zeit dauern." Mit Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters und AFP.