Aufrüstung: Pistorius plant laut Berichten Aus für Fregattenprojekt F126

Datum24.06.2026 03:23

Quellewww.zeit.de

TLDRVerteidigungsminister Pistorius plant laut Medienberichten das Aus für das Fregattenprojekt F126. Das ursprünglich größte deutsche Marineprojekt litt unter Verzögerungen. Stattdessen sollen acht kleinere Meko A-200-Fregatten des Herstellers TKMS beschafft werden, was die Marine unterstützt. Die ursprünglichen F126-Schiffe wären größer und auf U-Boot-Jagd spezialisiert gewesen. Die Entscheidung könnte Milliarden kosten und die Rüstungsindustrie betreffen.

InhaltEs sollte das größte Rüstungsprojekt in der Geschichte der Marine werden: neue Fregatten vom Typ F126. Nun will Verteidigungsminister Boris Pistorius offenbar aussteigen. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) plant laut übereinstimmenden Medienberichten das vorzeitige Aus für den Bau neuer Fregatten vom Typ F126. Die Bundesregierung hatte das Vorhaben als größtes Aufrüstungsprojekt in der Geschichte der deutschen Marine angestoßen. Das von vielen Problemen begleitete Projekt lag aber bereits vier Jahre hinter dem Zeitplan zurück. Wie der Spiegel und die britische Zeitung Financial Times unter Berufung auf gut informierte Personen berichteten, haben Pistorius und andere Regierungsvertreter bereits die Rüstungsindustrie und Abgeordnete über den geplanten Ausstieg aus dem Projekt eingeweiht. Der Bau sechs neuer Fregatten vom Typ 126 soll demnach nicht fortgesetzt werden. Stattdessen wolle Pistorius acht kleinere Fregatten vom ‌Typ ⁠Meko A-200 ​des Kieler Marineschiffbauers TKMS kaufen. Die Marine unterstützt das Vorhaben den Berichten zufolge. Das Verteidigungsministerium und der Rüstungskonzern Rheinmetall, der sich für den Bau der F126-Fregatten bereits in Position gebracht hatte, äußerten sich zunächst nicht zu den Berichten. Nach den bisherigen Plänen sollte Deutschland für rund zehn Milliarden Euro sechs neue Fregatten bekommen, die nach Angaben der Bundeswehr "die größten Kampfschiffe" der deutschen Marine sein sollten. Die 166 Meter langen Schiffe wären vor allem für die U-Boot-Jagd spezialisiert gewesen. Die nun laut den Medienberichten favorisierten Meko A-200-Fregatten sind mit gut 120 Metern Länge deutlich kleiner als die F126. Im Mai hatte Rheinmetall-Chef Armin Papperger angekündigt, kurz vor der Unterzeichnung eines Vertrags zu stehen, um den Bau der F126-Fregatten vom niederländischen Unternehmen Damen Naval zu übernehmen. Damen Naval – mit deutschen Werften als Subunternehmern – hatte die Schiffe nicht zeitgerecht produzieren können und das Projekt verzögert. Um die Verzögerungen zu überbrücken, hatte das Verteidigungsministerium Mitte März mitgeteilt, vier Fregatten des Typs Meko A-200 zu ⁠kaufen. Grundsätzlich ​halte man aber ‌am Projekt F126 fest, hieß es damals noch.