Datum23.06.2026 20:42
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie Weltschifffahrtsorganisation (IMO) plant die Evakuierung von über 11.000 Seeleuten aus der Region der Straße von Hormus. Grund dafür sind die anhaltenden Blockaden und Angriffe auf zivile Schiffe, die zu feststeckenden Seeleuten führten. Nach Fortschritten in den US-iranischen Verhandlungen und der wiedereröffneten Passage sollen die Seeleute in Zusammenarbeit mit Iran, Oman und anderen Golfstaaten sowie den USA nach Hause gebracht werden. Die Sicherheit der Evakuierung wurde gewährleistet.
InhaltFür Tausende Seeleute an Bord von Tankern und Frachtern war die Blockade der Straße von Hormus eine besondere Belastung, sie saßen fest. Nun sollen sie nach Hause kommen. Ende der Kampfhandlungen, Öffnung der Straße von Hormus: Im Zuge der Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen den USA und Iran will die Weltschifffahrtsorganisation IMO über 11.000 Seeleute aus der Region evakuieren. "Wir werden die Umsetzung des Evakuierungsplans für mehr als 11.000 Seeleute beginnen, die noch immer in der Region festsitzen", sagte IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez einer Mitteilung zufolge . Der Großeinsatz werde in enger Zusammenarbeit mit Iran, Oman und anderen Golf-Anrainerstaaten sowie den USA und der Schifffahrtsbranche umgesetzt, sagte der Chef der Uno-Sonderorganisation mit Sitz in London. Die notwendigen Sicherheitsgarantien seien eingeholt und die Bedingungen über die Sicherheit der Schifffahrt zur Unterstützung des Einsatzes gründlich geprüft worden. Dominguez verurteilte die Angriffe auf die zivile Schifffahrt auf Schärfste und würdigte die 14 Seeleute, die während des Konflikts ums Leben kamen. Iran hatte die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus kurz nach Beginn der Angriffe der USA und Israels Ende Februar blockiert. Nach der Unterzeichnung eines Rahmenabkommens zwischen den USA und Iran in der vergangenen Woche hatten wieder zahlreiche Schiffe die Meerenge passiert. Am Montag zählte das Schiffstracking-Unternehmen Kpler 36 Frachtschiffe – die höchste Zahl seit Beginn des Krieges. Vor wenigen Tagen hatte der Verband Deutscher Reeder erklärt, dass die derzeit rund 45 in der Region festsitzenden Schiffe deutscher Unternehmen das Gebiet wohl nicht so schnell verlassen könnten. Die Reederei Hapag-Lloyd teilte wiederum mit, die vier Charterschiffe des Unternehmens im Persischen Golf würden auf die Passage vorbereitet. Sie würden aber erst starten, "wenn es sicher ist". Der US-Präsident redet die Verhandlungen mit Iran schön – präsentiert für den Notfall aber schon mal einen Sündenbock. Denn ein echter Frieden liegt in weiter Ferne. Selbst in republikanischen Reihen rumort es. Lesen Sie hier mehr zu dem hakeligen Abkommen.