Frankfurt am Main: Polizei schießt am Frankfurter Hauptbahnhof auf Mann

Datum23.06.2026 19:46

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Polizei schoss am Frankfurter Hauptbahnhof auf einen Mann, der zuvor einen Beamten mit einem spitzen Gegenstand angegriffen und verletzt hatte. Der Angreifer wurde ebenfalls verletzt und ins Krankenhaus gebracht. In dem Bereich findet regelmäßig die "Innenstadtoffensive" der Polizei statt, um die Sicherheit im von Drogenproblemen geplagten Bahnhofsviertel zu verbessern. Der hessische Innenminister lobte das besonnene Vorgehen der Polizei.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Frankfurt am Main“. Lesen Sie jetzt „Polizei schießt am Frankfurter Hauptbahnhof auf Mann“. Die Polizei hat nahe dem Frankfurter Hauptbahnhof auf einen Mann geschossen. Dieser sei dabei verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher. Laut hessischem Landeskriminalamt (LKA) hatte der Mann zuvor einen Polizisten angegriffen und ihn verletzt.  Zeugen hatten am Nachmittag gegen 16.00 Uhr Schussgeräusche gehört und dann gesehen, wie ein Mann am Boden behandelt wurde, wie dpa-Reporter berichteten. Der Vorfall ereignete sich am Kaisertor, einem Platz gegenüber dem Hauptbahnhof. Der Verletzte war bei Bewusstsein und wurde später in einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. "Während einer polizeilichen Kontrolle im Bereich des Kaisertores griff ein Mann gegen 16.00 Uhr einen Polizisten mit einem spitzen Gegenstand an und verletzte ihn", teilte das LKA am Abend mit. "Daraufhin machte der Polizeibeamte von seiner Schusswaffe Gebrauch."  Der verletzte Angreifer sei von weiteren Polizeibeamten erstversorgt worden, so das LKA. Zur Identität des Mannes machten die Behörden keine Angaben. Das hessische Landeskriminalamt hat die Ermittlungen aufgenommen - ein übliches Vorgehen, wenn Polizisten geschossen haben. Die Polizei hatte zum Zeitpunkt eine ihrer inzwischen regelmäßigen Kontroll-Aktionen im Bahnhofsviertel durchgeführt. Der Straßenbahnverkehr, der über den Bahnhofsvorplatz verläuft, wurde zwischenzeitlich gestoppt. Die Polizei sperrte den Bereich um den Tatort ab. Die genauen Hintergründe sind noch völlig unklar. Das Frankfurter Bahnhofsviertel ist wegen der dort grassierenden Drogenprobleme ein wiederholtes Ziel von Polizeiaktionen. Seit Beginn der sogenannten Innenstadtoffensive im Februar 2024 waren es über 50 Kontrollaktionen. Damit will die Landesregierung die Sicherheit verbessern. Anwohner und Gewerbetreibende kritisieren die Zustände im Bahnhofsviertel schon länger. An diesem Freitag ist ein Spitzengespräch mit Vertretern der Landesregierung und der Stadt über die Situation in dem Viertel geplant.  Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) hatte im Mai von unzumutbaren und alarmierenden Zuständen gesprochen und Frankfurt einen Zickzack-Kurs vorgeworfen. Das Bahnhofsviertel habe eine magnetische Wirkung auf Crack-Abhängige, was die Stadt mit ihrer bisherigen Drogenpolitik verstärkt habe. Poseck teilte am Abend zu dem Vorfall mit: "Nach meiner ersten Einschätzung hat die Polizei besonnen und professionell reagiert." Polizeilicher Schusswaffengebrauch sei "in besonderen Situationen unumgänglich, auch zum Selbstschutz der Beamten". © dpa-infocom, dpa:260623-930-271102/1