Reformpakete: Söder in der Reformdebatte: Vorsicht bei Minijobs

Datum23.06.2026 15:00

Quellewww.zeit.de

TLDRCSU-Chef Markus Söder mahnt zur Vorsicht bei Sozialreformen und plädiert gegen eine Abschaffung von Minijobs, um keinen Schaden anzurichten. Grundsätzlich unterstützt er das Reformpaket von Friedrich Merz, betont jedoch die Notwendigkeit sorgfältiger Detailsprüfung. Söder lehnt die Einbeziehung von Beamten in die Rentenversicherung ab und fordert eine Konnexität bei Bundesgesetzen, um die Länder und Kommunen finanziell zu entlasten, insbesondere bei Ausgaben für Eingliederungs- und Jugendhilfe.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Reformpakete“. Lesen Sie jetzt „Söder in der Reformdebatte: Vorsicht bei Minijobs“. CSU-Parteichef Markus Söder hat sich in der Debatte um Renten- und Sozialreformen in Deutschland gegen eine Abschaffung von Minijobs ausgesprochen. Reformen in dieser Hinsicht müssten mit sehr viel Sorgfalt gemacht werden. Man müsse "aufpassen, dass man nicht Schaden anrichtet, den man nach einem Jahr wieder korrigieren muss", sagte Söder nach einer Kabinettssitzung in München.  Grundsätzlich unterstütze er aber die Umsetzung aller Pläne, die in dem von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vorgestellten Reformpaket enthalten sind. Der Bundestag werde sehr viele einzelne Gesetze machen müssen, mit unzähligen Details. "Wir hoffen sehr, dass der große Umfang der ganzen Maßnahmen erhalten bleiben kann", sagte Söder. Auf einzelne Details werde in der parlamentarischen Beratung noch näher geschaut werden müssen, sagte er aber auch. Söder sprach sich gegen eine Einbeziehung von Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung aus. Dies würde "keinen Sinn" machen. Wirtschaftsexperten, darunter auch der Sachverständigenrat der Bundesregierung, hätten sich nicht ohne Grund gegen die Einbeziehung ausgesprochen, sagte Söder. Bayern werde sich im Bundesrat in dieser Frage "sehr zurückhaltend" verhalten, kündigte er an. Söder forderte vor der Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Donnerstag eine "Konnexität" bei Gesetzen des Bundes für die Bundesländer, ähnlich wie diese zwischen Ländern und Kommunen bestehe. Dies bedeutet, dass die Kosten aus vom Bund beschlossenen Gesetzen grundsätzlich zu mindestens 75 Prozent vom Bund getragen werden müssten, und nur zu 25 Prozent von den Ländern. Insbesondere die Kommunen kämen aber an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. "Der Freistaat Bayern versteht sich als Anwalt der Kommunen", sagte Söder. Die Ausgaben etwa bei der Eingliederungshilfe oder der Jugendhilfe seien explodiert. "Wir stellen uns ein Volumen vor, das mindestens zehn Milliarden Euro erreichen muss, damit wirksame Einsparungen möglich sind", betonte der bayerische Regierungschef. © dpa-infocom, dpa:260623-930-269323/1