Türkei: Mehr als 200 Festnahmen vor Nato-Gipfel in Ankara

Datum23.06.2026 14:45

Quellewww.zeit.de

TLDRDie türkische Polizei hat über 200 Personen im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen "Terrororganisationen" festgenommen. Die Razzien fanden kurz vor dem bevorstehenden Nato-Gipfel in Ankara statt und richteten sich gegen Verdächtige mit Verbindungen zu linksextremen Gruppen und dem IS. Wohnungen von Aktivisten und Anwälten wurden durchsucht. Parallel dazu wurde ein Versammlungs- und Demonstrationsverbot für Ankara erlassen. Kritiker sehen darin den Versuch, vor dem Gipfel ein friedliches Bild zu erzeugen.

InhaltRund zwei Wochen vor dem Nato-Gipfel in Ankara kommt es dort und in Istanbul zu Razzien der türkischen Polizei. Mehr als 200 Personen sollen festgenommen worden sein. Vor Beginn des Nato-Gipfels in Ankara am 7. und 8. Juli hat die türkische Polizei mehr als 200 Personen festgenommen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, wurden im Rahmen von Ermittlungen, die von der Staatsanwaltschaft Ankara gegen Terrororganisationen geführt werden, 241 Verdächtige zur Fahndung ausgeschrieben. 209 Personen mit Verbindungen zu verbotenen linksextremen Gruppen oder zur Dschihadistenmiliz Islamischer Staat wurden demnach festgenommen. 32 Verdächtige seien auf der Flucht. Lokalen Medienberichten zufolge wurden bei den Razzien in Ankara und Istanbul die Wohnungen von Gewerkschaftern, Anwälten und linken Aktivisten durchsucht. Wie der "Verein fortschrittlicher Juristen" auf X mitteilte, wurden unter anderem Anwälte in den beiden Städten festgenommen. Der Verein verurteilte das Vorgehen, das darauf abziele, "der Nato vor dem Gipfel einen dornenlosen Rosengarten zu bereiten". Der Nato-Gipfel findet am 7. und 8. Juli in Ankara statt. Zu dem Treffen werden Staats- und Regierungschefs der 32 Nato-Mitgliedstaaten erwartet, darunter auch US-Präsident Donald Trump. Das Gouverneursamt von Ankara hat ein Versammlungs- und Demonstrationsverbot im gesamten Stadtgebiet ausgesprochen. Dies gilt vom 28. Juni bis zum 10. Juli und untersagt neben Demonstrationszügen auch Pressekonferenzen, Hungerstreiks und das Verteilen von Flugblättern. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.