Datum23.06.2026 10:41
Quellewww.spiegel.de
TLDRMeta pausiert ein internes KI-Trainingsprogramm, das Mausbewegungen und digitale Aktivitäten von Mitarbeitern erfasste. Auslöser sind Berichte über einen Daten-Leak, bei dem vertrauliche Mitarbeiterdaten zugänglich waren. Meta untersucht den Vorfall, der Datenschutzbedenken aufwirft, obschon das Unternehmen beteuert, datenschutzkonform gehandelt zu haben. Die Aussetzung erfolgt schrittweise.
InhaltZum Trainieren von KI hat Meta im April eine Tracking-Software eingeführt, die die Arbeit seiner Angestellten registriert. Nach Berichten über ein Daten-Leak setzt das Unternehmen die Initiative vorerst aus. Meta hat angekündigt, ein internes Tracking-Programm auszusetzen, das Mausbewegungen und digitale Aktivitäten seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfasst, um mithilfe dieser Daten künstliche Intelligenz (KI) zu trainieren. Das hat der Techkonzern am Montag bekannt gegeben. Die Ankündigung des Unternehmens folgt auf Medienberichte, laut denen vertrauliche Mitarbeiterdaten für alle Meta-Angestellten zugänglich waren. Die Nachrichtenagentur Reuters hat entsprechende Dokumente eingesehen, zuvor hatten "Business Insider" und "Wired" über den Vorfall berichtet . Meta bestätigt, dass es den Vorwürfen mit einer Untersuchung nachgeht, macht jedoch keine Angaben dazu, wie lange das Tracking-Programm ausgesetzt bleibt. "Wir haben dieses Programm unter Berücksichtigung von Datenschutzvorkehrungen sorgfältig konzipiert", erklärte Unternehmenssprecherin Tracy Clayton. "Obwohl wir derzeit keine Hinweise darauf haben, dass Meta-Mitarbeiter unberechtigt auf Daten zugegriffen haben, setzen wir es während der Untersuchung vorübergehend aus." Das im April eingeführte Tool "Model Capability Initiative" (MCI) erfasst Mausbewegungen, Klicks und Tastenanschläge auf den Computern von Mitarbeitern in den USA, um die KI-Modelle von Meta zu trainieren. Eine Quelle teilte Reuters mit, dass das Tool am Montagnachmittag noch immer Daten aufzeichnete. Die Unternehmenssprecherin von Meta erklärte, die Aussetzung werde schrittweise umgesetzt. Es werde einige Zeit dauern, bis das Programm für alle Nutzerinnen und Nutzer eingestellt sei. Reuters beruft sich in seinem Bericht unter anderem auf Metas interne Dokumentation. Zu den offengelegten Daten gehören demnach "vollständige Eingabeaufforderungen und Transkripte, private Unterhaltungen, Personen- und Leistungsdaten sowie DSS-Vertraulichkeitsstufen (1–4)". Im Mai hatte Reuters bereits berichtet, dass das Meta-Programm mehr Informationen sammelte als ursprünglich beschrieben und diese unverschlüsselt speicherte. Dies löste bei Metas Mitarbeitern Datenschutzbedenken aus. Der Mutterkonzern von Facebook und Instagram treibt die Integration von KI in seine Arbeitsabläufe entschlossen voran, mit Blick auf diese Technologie baut er auch seine Belegschaft um. Das Unternehmen argumentiert mit Effizienzsteigerungen.