Datum23.06.2026 04:45
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie Stadtwerke München rufen angesichts einer Hitzewelle und eines um 20% erhöhten Trinkwasserverbrauchs zum Sparen auf. Gartenbewässerung, Poolbefüllung und Autowaschen sollen unterbleiben. Die Trinkwasserversorgung ist stabil, doch die Ressourcen werden durch Hitze und ausbleibenden Regen belastet. In Deutschland und Frankreich werden Hitzerekorde erwartet oder bereits aufgestellt.
InhaltDie Menschen in München verbrauchen in der aktuellen Hitze rund ein Fünftel mehr Trinkwasser als sonst üblich. Die Stadtwerke wenden sich deshalb mit besonderen Ratschlägen an die Bevölkerung. Wegen der anhaltenden Hitzewelle mahnen die Stadtwerke München zu einem sparsamen Umgang mit Trinkwasser. "Im Vergleich zu einem ›normal temperierten‹ Junitag liegt der Wasserverbrauch in München aktuell um rund 20 Prozent höher", teilte ein Sprecher der Stadtwerke mit. "Daher bietet sich die Situation an, auf verantwortungsbewusstes Handeln hinzuweisen und so unnötige Verbräuche zu vermeiden." So sollten Münchnerinnen und Münchner vor allem auf das ausgedehnte Bewässern von Gärten und Rasen verzichten. Pools und Planschbecken sollten vorerst nicht mehr befüllt werden. Auch das Autowaschen sollte vorerst unterbleiben, riet der Wasserversorger. Was das eigene Hydrieren angeht, würden diese Hinweise aber nicht gelten: "Bei diesem Wetter ist viel Trinken ratsam, vor allem Trinkwasser als kalorienfreier Durstlöscher." Die Trinkwasserversorgung in München sei nicht in Gefahr. Aber: "Auch wenn Münchens Trinkwasserversorgung stabil ausgelegt ist, belasten die andauernde Hitzewelle und ausbleibende Niederschläge die verfügbaren Wassergewinnungsressourcen", erklärten die Stadtwerke . "Die Münchnerinnen und Münchner können mit ihrem Verhalten dazu beitragen, diese Belastung zu reduzieren." Schon in den vergangenen Tagen war es in vielen Teilen Deutschlands überdurchschnittlich heiß. Am Freitag könnte bei Temperaturen bis zu 40 Grad sogar der bisherige Hitzerekord für den Monat Juni gebrochen werden. Vor allem im Westen und Südwesten könne es passieren, dass diese Marke geknackt wird, sagte eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Der bisherige Temperaturrekord für den Monat Juni war am 30. Juni 2019 in Bernburg in Sachsen-Anhalt gemessen worden: 39,6 Grad zeigte das Thermometer damals an. Der insgesamt höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen wurde nur knapp vier Wochen später, am 25. Juli 2019 in Tönisvorst und Duisburg-Baerl gemessen, mit 41,2 Grad. Am Dienstag erwartet der DWD zwar nicht ganz so hohe Temperaturen. Die Hitze setze sich aber weiterhin fort, vor allem in der Südhälfte des Landes. Im Südwesten entlang des Rheins gilt bis Dienstag 19 Uhr eine amtliche Warnung vor extremer Hitze. In Frankreich ist ein Hitzerekord bereits gefallen: Dort wurde am Montag die höchste jemals im Monat Juni gemessene landesweite Durchschnittstemperatur verzeichnet. Der landesweite Index – ein Mittelwert aus Tages- und Nachttemperaturen – lag am frühen Montagabend bei 29,2 Grad, wie der Wetterdienst France-Météo unter Verweis auf vorläufige Angaben mitteilte. Es handele sich um "einen Rekord für den Monat Juni". Er löse den bisherigen Monatshöchstwert vom 30. Juni 2025 ab, erklärte Météo-France. Frankreich ächzt seit der vergangenen Woche unter einer Hitzewelle. Am Montag war mehr als die Hälfte des Landes von der höchsten Hitzewarnstufe Rot betroffen. Vielerorts kletterte das Thermometer auf über 40 Grad. Wie warm ist es aktuell an Ihrer nächstgelegenen Wetterstation? Und wie viel hat der Klimawandel damit zu tun? Der SPIEGEL-Hitzemonitor zeigt es Ihnen hier .