Tesla: US-Behörde untersucht Rolle von Fahrassistenz bei tödlichem Unfall in Texas

Datum23.06.2026 03:54

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA untersucht einen tödlichen Tesla-Unfall in Texas, bei dem möglicherweise die "Full Self-Driving"-Software versagte. Elon Musk bestreitet dies. Schweden lehnt FSD wegen Überschreitung von Geschwindigkeitsbegrenzungen ab. Die europäische Zulassung steht aus. Die NHTSA ermittelt seit 2016 in zahlreichen Tesla-Unfällen.

InhaltEin Tesla kracht in Texas in ein Haus, dabei stirbt eine ältere Frau: Nun soll ermittelt werden, ob die "Full Self-Driving"-Software im Spiel war. Firmenchef Elon Musk schließt das sicherheitshalber schon einmal aus. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hat am Montag (Ortszeit) eine Untersuchung zu ​einem tödlichen Unfall mit einem Tesla im US-Bundesstaat ‌Texas eingeleitet, bei dem möglicherweise ein Fahrassistenzsystem im Einsatz war. Das Model 3 war am 19. Juni in ein Haus gekracht, ​wobei eine 76-jährige Frau starb. Laut "Guardian"  hatte sie vor dem Gebäude gestanden und war von dem Fahrzeug erfasst worden. Tesla-Chef Elon Musk wies ⁠auf ⁠der Onlineplattform X eine Beteiligung der Software "Full Self-Driving" (FSD) zurück: Das System fahre in Wohngebieten ‌langsam, hier habe es ​sich jedoch um ‌einen Hochgeschwindigkeitsunfall gehandelt. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Welches System der Fahrer tatsächlich nutzte, ist bislang unklar. Die NHTSA hat seit 2016 knapp ‌50 Sonderuntersuchungen zu Tesla-Unfällen mit Verdacht auf Autopilot-Nutzung eingeleitet, bei denen rund zwei ‌Dutzend Menschen ums ​Leben ‌kamen. Zuletzt hatte die Behörde ihre ‌Prüfungen ​von Millionen Tesla-Fahrzeugen wegen möglicher Software-Mängel und Verkehrsverstöße ausgeweitet. Nicht nur in den USA werden Fragen zum Fahrerassistenzsystems laut. Auch eine schwedische Verkehrsbehörde hat Bedenken bei der Zulassung des FSD. Die schwedische Verkehrsverwaltung TRV schlägt in einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Brief vom 30. April vor, ​gegen die europaweite Zulassung des Systems zu stimmen, solange Tesla nicht die Funktion abschaltet, mit der die Geschwindigkeitsbegrenzungen überschritten werden können. Der Brief wurde an das ‌Technische Komitee für motorisierte Fahrzeuge (TCMV) der Europäischen Union geschickt, das sich am 30. Juni zu den nächsten Beratungen über eine europaweite Freigabe trifft. In einigen Ländern hat Tesla bereits die Freigabe für die überwachte Version des "Full Self Driving" erhalten. Die europaweite Genehmigung steht jedoch noch aus. In Deutschland liegt das Thema beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Tesla antwortete nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. Im Handbuch des FSD heißt ​es, dass sich die Fahrer nicht allein auf das System verlassen sollen und ihre Geschwindigkeit an Verkehr und Straßenbedingungen anpassen müssen. ⁠Allerdings erlaubt es ⁠das System den Nutzern, Geschwindigkeitsbegrenzungen gezielt zu überschreiten. Das riskiere, sowohl den Rechtsrahmen als auch die erwarteten Sicherheitsvorteile des automatisierten Fahrens zu unterminieren, heißt es in dem Brief, den Reuters über eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz erhalten hat.