Hitzewelle in Europa: Extreme Hitze sorgt für neue Temperaturrekorde in Frankreich

Datum22.06.2026 20:17

Quellewww.zeit.de

TLDRFrankreich erlebt eine Rekordhitze mit über 40 Grad und neuen Junitemperaturrekorden. Fast 50 départements sind von höchster Hitzewarnung betroffen. Unterrichtsausfälle und Probleme im Nahverkehr sind die Folge, fünf Hitzetote und 13 Badeunfalltote wurden bisher gezählt. Die Hitzewelle erfasst auch weitere europäische Länder und wird mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht.

InhaltBei mehr als 40 Grad gilt in vielen Regionen in Frankreich die höchste Hitzewarnstufe. Für Juni wurde ein neuer Tagesrekord bei der Durchschnittstemperatur gemessen. Die Hitzewelle in Frankreich hat zu einem neuen nationalen Temperaturrekord geführt. Am Montag wurde die höchste jemals im Monat Juni gemessene landesweite Durchschnittstemperatur erfasst. Der Index – ein Mittelwert aus Tages- und Nachttemperaturen – lag am frühen Montagabend bei 29,2 Grad, wie der Wetterdienst Météo France unter Verweis auf vorläufige Angaben mitteilte. Es handele sich um "einen Rekord für den Monat Juni", der den bisher gemessenen durchschnittlichen Monats-Höchstwert vom 30. Juni 2025 ablöse, teilte der Wetterdienst der Nachrichtenagentur AFP mit. Météo France hatte in fast 50 Landkreisen die höchste Warnstufe ausgerufen. Für Dienstag wurde die Warnung auf vier weitere Départements ausgeweitet, dann wird sie laut der Zeitung Le Figaro rund 39 Millionen Französinnen und Franzosen betreffen. "Die sehr große Hitze setzt sich dauerhaft im Land fest", warnte Météo France. In den französischen Städten Rennes, Bordeaux und Angers wurden am Montag mit 40,6 Grad, 41,9 Grad und 40,9 Grad die höchsten dort jemals gemessenen Temperaturen verzeichnet. Der heißeste im Laufe des Tages gemessene Wert landesweit betrug 43,3 Grad in Chateaumeillant im Département Cher. Erst Ende der Woche wird mit kühleren Temperaturen gerechnet. Nach Angaben von Bildungsminister Édouard Geffray fiel wegen der hohen Temperaturen in 1.352 Schulen der Unterricht aus. In vielen weiteren endete der Unterricht schon mittags. "Letzte Woche waren es im Klassenzimmer 32 Grad", berichtete eine Grundschullehrerin aus Bordeaux, die sich über fehlenden Hitzeschutz in Schulen beklagte. In mehr als 4.000 Schulen endete der Unterricht am Mittag. In Paris verursachte die Hitze Probleme beim öffentlichen Nahverkehr durch verformte Gleise und kaputte Klimaanlagen. In der Hauptstadtregion Île-de-France wurde daher jeder zehnte Zug vorsorglich gestrichen. Die Menschen wurden gebeten, Reisen zu verschieben und wenn möglich von zu Hause aus zu arbeiten. Dazu kommen bisher mindestens fünf Hitzetote, darunter auch zwei Kleinkinder. Sie wurden laut der Staatsanwaltschaft im südfranzösischen Carpentras tot im Auto ihrer Eltern aufgefunden, das auf einem Parkplatz stand. Die Todesursache ist noch unklar, die Ermittler gehen aber laut der Staatsanwaltschaft von einem Zusammenhang mit der Hitzewelle aus. Carpentras liegt rund 30 Kilometer nordöstlich von Avignon, auch in dieser Region wurden Temperaturen von fast 40 Grad Celsius gemessen. Dem französischen Zivilschutz zufolge gab es am Wochenende außerdem 13 Tote bei Badeunfällen. Ein Behördensprecher rief die Menschen eindringlich dazu auf, sich nur an bewachten Badestellen abzukühlen oder kalt zu duschen. Neben Frankreich sind auch Belgien, Großbritannien und Spanien von der Hitzewelle betroffen. Laut den nationalen Wetterdiensten in Belgien und Großbritannien werden dabei sehr wahrscheinlich Hitzerekorde gebrochen. Der spanische Wetterdienst Aemet warnt bis Mittwoch "vor extrem hohen" Tag- und Nachttemperaturen für die Jahreszeit. In einigen Regionen sind Spitzenwerte von bis zu 44 Grad vorhersagt. Durch den Klimawandel werden Hitzewellen wie die aktuelle immer häufiger. Es ist bereits die zweite Phase mit extrem hohen Temperaturen in Westeuropa innerhalb eines Monats.