Datum22.06.2026 19:39
Quellewww.zeit.de
TLDRDie frühere Wimbledonsiegerin Markéta Vondroušová ist wegen eines versäumten Dopingtests für vier Jahre gesperrt worden (bis Juni 2030). Die ITIA wertete dies wie einen positiven Befund. Vondroušová begründete den Vorfall mit einer Angststörung, körperlicher und seelischer Belastung sowie Sicherheitsbedenken nach hasserfüllten Nachrichten. Die ITIA akzeptierte dies nicht als überzeugende Rechtfertigung. Vondroušová kann gegen die Entscheidung beim CAS klagen. Sie bestritt zuletzt im Januar Spiele auf der WTA-Tour.
InhaltTennisstar Markéta Vondroušová ist wegen eines versäumten Dopingtests gesperrt worden. Nach eigenen Angaben hat sie den Test wegen einer Angststörung nicht absolviert. Die frühere Wimbledonsiegerin Markéta Vondroušová ist wegen eines nicht absolvierten Dopingtests für vier Jahre und damit bis zum 21. Juni 2030 gesperrt worden. Nach eigenen Angaben hat sie den Test wegen einer Angststörung nicht gemacht. Die International Tennis Integrity Agency (ITIA) teilte mit, dass der fehlende Test auf Grundlage der Anti-Doping-Regeln wie ein positiver Befund gewertet werden müsse. Demnach hatte die Tschechin am 3. Dezember 2025 keine Probe abgegeben. Laut ITIA wird durch die Regel verhindert, dass Dopingsünder härtere Strafe vermeiden können. Die 26-jährige ist seit Januar nicht mehr auf der WTA-Tour angetreten. Sie kann gegen die Entscheidung noch beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) vorgehen. Im April hatte Vondroušová das Versäumen des Tests mit einer Angststörung begründet. Bei Instagram schrieb sie, dass es dazu gekommen sei, "weil ich nach Monaten körperlicher und seelischer Belastung an meine Grenzen gestoßen bin". Ihren Angaben nach hatte ein Doping-Kontrolleur am späten Abend an ihrer Tür geklingelt, ohne sich ordnungsgemäß auszuweisen. Sie habe so reagiert wie es jemand tut, der in diesem Moment Angst hatte, teilte sie mit. Sie berichtete davon, dass sie "lange mit Verletzungen, ständigem Druck und Schlafproblemen" zu kämpfen gehabt habe. Das habe sie zermürbt. Zudem hätten hasserfüllte Nachrichten und Drohungen jahrelang dazu geführt, dass sie sich zu Hause nicht mehr sicher fühlte. Auch bei der Anhörung habe die Tennisspielerin angegeben, dass mentale Gesundheit, Stress und Sicherheitsbedenken ihre Entscheidung beeinflussten, teilte die ITIA mit. Das sei jedoch keine "überzeugende Rechtfertigung" gewesen. "Unsere Tester sind gut ausgebildet und professionell, und das Geschlecht unseres Testbeobachters stimmt immer mit dem des Spielers überein", sagte ITIA-Chefin Karen Moorhouse. Die Tester würden stets einen Ausweis bei sich tragen. Die Spieler hätten zudem die Möglichkeit, die Identität auf andere Weise zu prüfen, sollten sie einmal unsicher sein. Markéta Vondroušová hatte 2023 überraschend als ungesetzte Spielerin das prestigeträchtige Rasenplatzturnier in Wimbledon gewonnen. Im selben Jahr kam die Linkshänderin auf ihre beste Platzierung in der Weltrangliste, den sechsten Platz. 2019 stand sie im French Open-Finale, verlor dort aber gegen Ashleigh Barty aus Australien. Insgesamt kommt Vondroušová in ihrer Karriere nach WTA-Angaben bislang auf ein gewonnenes Preisgeld von rund zwölf Millionen Dollar. Ihr letztes Spiel auf der Tour absolvierte sie im Januar beim Turnier im australischen Adelaide. Die 26-Jährige lebt und trainiert in der tschechischen Hauptstadt Prag.