Datum22.06.2026 17:38
Quellewww.spiegel.de
TLDRNico Schlotterbeck fehlt der deutschen Nationalmannschaft wegen einer Innenbandverletzung. Die Zahl der Fahrradunfälle in Deutschland steigt, mit vielen Verletzten und zunehmenden Todesopfern. Der scheidende britische Premier Keir Starmer verkündete seinen Rücktritt und wies den Weg für Andy Burnham als Nachfolger. Daneben bietet der Artikel Tipps für den Abend, darunter Kochen, Kino oder Fußball schauen.
InhaltDas verletzte Innenband von Nico Schlotterbeck schockt Fußball-Deutschland. Der britische Premier rührt sich selbst zu Tränen. Und viele Radler machen einen ratlos. Das ist die Lage am Montagabend. Die drei Fragezeichen heute: Bei solchen Meldungen stockt Eltern der Atem: "Ein Lastwagenfahrer hat am Montag beim Abbiegen einen achtjährigen Jungen auf seinem Fahrrad übersehen und angefahren", ist im News-Ticker zu lesen. Leider werden in Deutschland jedes Jahr fast 100.000 Radfahrer bei Unfällen verletzt, wie mein Kolege Lukas Kissel berichtet. Es gibt demnach auch mehr Todesopfer. "Während EU-weit zwischen 2014 und 2024 jedes Jahr durchschnittlich 0,5 Prozent weniger Radfahrer getötet wurden, stiegen die Zahlen in Deutschland jährlich im Schnitt um 1,5 Prozent", schreibt Lukas. Aber woran liegt das? Es könne damit zu tun haben, dass die Menschen mehr Rad fahren. Ansonsten fallen die Antworten sehr unterschiedlich aus, je nachdem, wen man fragt. Das Statistische Bundesamt erklärte die steigenden Zahlen mit der wachsenden Zahl an Senioren, die auf dem E-Bike verunglückten. Die Fahrradlobby macht eher schlechte Radwege für die Unfälle verantwortlich. "Doch das ist offenbar nicht alles", schreibt Lukas. "Studien zeigen, dass viele Radfahrer selbst an ihren Unfällen schuld sind." Mehrere Untersuchungen aus den vergangenen Jahren formen das Bild des Rüpel-Radlers, der rote Ampeln höchstens als freundliche Ratgeber sieht. Und der lieber aufs Handy schaut als auf die Straße. Gefährlicher ist’s allerdings, wenn Autofahrer sich so vorhalten. Die Tränen hat der scheidende britische Premierminister Keir Starmer kaum unterdrücken können, als er heute verkündete, sich bis Herbst vom Amt zurückzuziehen. Nein, überraschend kam der Schritt nicht, wie mein Kollege Stefan Kuzmany schon in der Lage am Morgen schrieb (hier mehr). Überraschend war aber, wie zerknittert und erschöpft Starmer wirkte. Und wie sehr er sich von den Emotionen davontragen ließ, als er, vor der schwarzen Tür in der Downing Street stehend, versprach, seiner Frau ein guter Ehemann und seinen Kindern ein guter Vater sein zu wollen (hier das Video). Der Führungsstreit bei Labour dürfte damit vorbei sein. Der kommende Mann heißt Andy Burnham, 56, Ex-Bürgermeister von Manchester, der per Nachwahl ins Parlament einzog und als Macher gilt (hier mehr ). Er kündigte heute seine Kandidatur für den Parteivorsitz an. Mein Kollege Christoph Giesen berichtet: "Sollte doch noch ein Gegenkandidat antreten, könnte sich die Wahl bis August oder September ziehen. Bleibt Burnham allein, könnte es rasch gehen." Dann wäre Starmers wohl letzter großer Auftritt der Nato-Gipfel in Ankara Anfang Juli. Mit dann etwas mehr als zwei Jahren im Amt reiht sich Starmer bei den Kurzzeit-Premiers des Königreichs ein. Zwar hielt er sich länger an der Macht als sein unmittelbarer Vorgänger Rishi Sunak (20 Monate) und seine Vorvorgängerin Liz Truss (weniger als zwei Monate). Aber eine Ära wie Margaret Thatcher (1979 bis 1990) oder Tony Blair (1997 bis 2007) hat er nicht geprägt. (Hier die glücklosen Premiers der vergangenen Jahre.) Der Innenverteidiger Nico Schlotterbeck wird der deutschen Nationalmannschaft für den Rest der WM fehlen, jedenfalls auf dem Platz. Heute hat der DFB die Diagnose öffentlich gemacht: Innenbandverletzung im linken Sprunggelenk. Ganz verzichten muss das Team aber nicht auf Schlotterbeck, wie Trainer Julian Nagelsmann sagte: "Es ist ein schönes Zeichen, dass er zunächst hier im Mannschaftskreis bleibt, denn er hat auch neben dem Platz Einfluss." Beim Spiel am Samstag gegen die Elfenbeinküste war Schlotterbeck nach einem Zusammenprall mit Amad Diallo zur Halbzeit ausgewechselt worden. Laut DFB fällt er mehrere Monate aus; laut Nagelsmann kann die deutsche Defensive den Ausfall aber verkraften: Mit Jonathan Tah, Antonio Rüdiger, Waldemar Anton und Malick Thiaw sei sie "sehr gut aufgestellt für die WM". Mein Kollege Jörn Meyn sagt: "Das ist ein ziemlicher Euphemismus des Bundestrainers. Schlotterbeck war ein zentraler Bestandteil dieser Mannschaft – beim Aufbauspiel, aber auch bei Freistößen und Eckbällen. Die DFB-Elf muss sich nun sehr umstellen. Aber darin könnte vielleicht sogar eine Chance stecken." (Hier seine Analyse .) So viel verdient Ihr Bundestagsabgeordneter nebenbei: Insgesamt mehr als zehn Millionen Euro haben die Parlamentarier seit Beginn der Wahlperiode neben ihrer politischen Arbeit verdient. Kommen sich Nebenjobs und Volksvertretung in die Quere? Göhte und Chiller: Schauspieler Elyas M’Barek, 44, ist wieder in München. Vorher hat er seine Follower auf Instagram mit auf eine Abschiedstour durch seinen bisherigen Wohnort genommen. Am Samstag postete er die letzten Bilder aus New York – und dem Flugzeug. Dazu schrieb er: "Alle Sachen sind gepackt und auf dem Weg nach Deutschland. Schön, dass ich in den letzten Tagen noch mal in Ruhe Abschied von dieser großartigen Stadt nehmen konnte. Es war eine ganz besondere Zeit, aber jetzt wird es wieder Zeit für daheim." Hier finden Sie den ganzen Hohlspiegel. Drei Vorschläge: Sie könnten … … etwas kochen, vielleicht die kühle Tomatensuppe aus dem Mixer, die mein Kollege Stevan Paul empfiehlt. "Ein schnelles Zwischendurchrezept an heißen Tagen und lauen Abenden". (Hier mehr. )… ins Kino gehen, um der Sonne zu entfliehen. Vielleicht gucken Sie "The Death of Robin Hood", der seit vergangener Woche läuft. "Dieses Sterbedrama ist ein knallhartes und durchaus verstörendes Kinoerlebnis", findet mein Kollege Wolfgang Höbel. "Aus der Sicht von Historikerinnen und Historikern, die sich mit dem Leben und Sterben im England des 13. Jahrhunderts beschäftigen, dürfte das hier dargestellte Grauen allerdings gar nicht so unplausibel sein." (Hier mehr .)… oder einfach Fußball gucken. Ab 19 Uhr spielt Argentinien gegen Österreich, ab 23 Uhr Frankreich gegen Irak. (Hier der News-Blog .) Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend. Herzlich Ihr Oliver Trenkamp, Blattmacher in der Chefredaktion