Datum22.06.2026 15:02
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Stadtwerke Jena öffnen ihre Bäder allen Gästen, unabhängig von ihrer Herkunft oder Sprachkenntnissen. Ein Zutrittsverbot erfolgt ausschließlich bei Verstößen gegen die Haus- und Badeordnung. Dies steht im Gegensatz zu einer Entscheidung des Heidebads in Halle, das Personen ohne ausreichende Deutschkenntnisse den Zutritt verweigert, um die Sicherheit zu gewährleisten. Jena hat keine Pläne für ähnliche Regelungen, da solche Probleme bisher nicht aufgetreten sind.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Schwimmregeln“. Lesen Sie jetzt „Stadtwerke Jena: "Bäder stehen allen Gästen offen"“. Während Gäste für einen Besuch in einem Strandbad in Sachsen-Anhalt ausreichend Deutsch sprechen können sollen, ist die Haltung der Stadtwerke Jena liberaler. "Die Jenaer Bäder stehen grundsätzlich allen Gästen offen", betonte eine Sprecherin der Stadtwerke, die in Jena mehrere Bäder und einen Badesee betreiben. "Ein Zutrittsverbot oder ein Verweis aus dem Bad erfolgt ausschließlich bei Verstößen gegen die Haus- und Badeordnung. Herkunft, Nationalität oder Sprache spielen dabei keine Rolle." Hintergrund ist eine umstrittene Entscheidung des Heidebads in Halle im Nachbarbundesland von Thüringen. Demnach werden Menschen ohne ausreichende Deutschkenntnisse nicht mehr hereingelassen. "Wir müssen uns sicher sein, dass die Besucherinnen und Besucher unsere Baderegeln verstehen und so konsequent sein, um die Sicherheit der Badegäste gewährleisten zu können", sagt der Geschäftsführer des Heidebades, Mathias Nobel, der Deutschen Presse-Agentur. Falle am Eingang auf, dass es Verständnisprobleme gebe, werde im Einzelfall entschieden, wie verfahren werde. Anlass, die Regel ins Leben zu rufen, sei ein Vorfall vom vergangenen Wochenende gewesen. Nobel – selbst Rettungsschwimmer – musste ein Kleinkind aus dem Wasser retten, das in viel zu tiefem Wasser war. Vor allem die Kinder müssten verstehen, wie sie sich am Wasser zu verhalten hätten und in Aufsicht von Personen sein, die ebenfalls wüssten, wie sie zu handeln hätten. Die Sprecherin der Stadtwerke Jena erklärte derweil, dass es dort keinerlei Überlegungen gebe, vergleichbare Regelungen einzuführen. Bisher seien dort keine Fälle bekannt, in denen es aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse zu gefährlichen Situationen im Badebetrieb gekommen ist. © dpa-infocom, dpa:260622-930-263539/1