Spanien: Spanischer Ex-Verkehrsminister wegen Korruption verurteilt

Datum22.06.2026 13:01

Quellewww.zeit.de

TLDRDer spanische Ex-Verkehrsminister José Luis Abalos wurde wegen Korruption zu 24 Jahren Haft verurteilt. Dies ist das erste Urteil in einer Serie von Korruptionsskandalen, die die Sozialistische Partei Spaniens betreffen. Ermittlungen laufen auch gegen Vertraute von Ministerpräsident Pedro Sánchez, darunter dessen Ehefrau. Die Skandale haben zu landesweiten Protesten und Durchsuchungen von Parteizentralen geführt.

InhaltJosé Luis Abalos stehen nach einem Gerichtsurteil 24 Jahre in Haft bevor. Es ist das erste Urteil in einer Reihe von Korruptionsvorwürfen gegen Vertraute der Regierung. Der Oberste Gerichtshof Spaniens hat den ehemaligen Verkehrsminister José Luis Abalos wegen Korruption zu 24 Jahren Haft verurteilt. Das berichtete die Zeitung El País. Demnach ist es das erste Urteil in einer Reihe von Skandalen, die die regierende Sozialistische Partei betreffen. Gegen enge Vertraute ​sowie Familienmitglieder von Ministerpräsident Pedro Sánchez laufen Ermittlungen wegen möglicher Korruption. Bei einer Großdemonstration in Madrid hatten im Mai dieses Jahres ‌zehntausende Menschen den ​Rücktritt von Sánchez gefordert. Die spanische Polizei hatte zudem zuletzt die Zentrale der Partido Socialista Obrero Español durchsucht. Ziel ​des gerichtlich angeordneten Einsatzes sei ‌die Suche nach Material zu Korruptionsvorwürfen gegen ein ehemaliges Parteimitglied gewesen, zu denen eine Untersuchung des Nationalen Gerichtshofs läuft. Dies teilte die Guardia Civil mit. Die verdächtige Person sei in ein staatliches Unternehmen verwickelt gewesen. Weitere Einzelheiten wurden unter Verweis auf laufende ⁠Untersuchungen nicht ​genannt. Ein anderes Gericht hatte bekannt gegeben, dass es gegen den ehemaligen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero ermittelt. Im Zusammenhang mit einer staatlichen Rettungsaktion für eine Fluggesellschaft untersuche man eine mutmaßliche Einflussnahme und andere mögliche Straftaten. Der Politiker hat jegliches Fehlverhalten bestritten. Im Korruptionsprozess gegen die Ehefrau von Sánchez, Begoña Gómez, hat ihr ein Richter Reisen ins Ausland untersagt. Gómez musste ihren Reisepass abgeben und sich zweimal monatlich bei den Behörden melden. Nach zweijährigen Korruptionsermittlungen war im April dieses Jahres Anklage gegen Begoña Gómez erhoben worden. Ihr werden Unterschlagung, Einflussnahme, Korruption und Veruntreuung zur Last gelegt. Konkret soll eigens für sie ein Lehrstuhl an der Universität Complutense in Madrid eingerichtet worden sein, der ihr zur "privaten beruflichen Weiterentwicklung" gedient habe. Gómez und Sánchez weisen die Vorwürfe zurück.