Datum22.06.2026 11:11
Quellewww.spiegel.de
TLDRUruguays Federico Viñas löste eine Fairplay-Debatte aus, als er einem verletzten Gegenspieler beim Muskelkrampf half und ihn dann fallen ließ, um einen Angriff zu starten, der zum 1:1 führte. Kap Verdes Trainer kritisierte das Verhalten trotz des bekannten Fairplay-Engagements des uruguayischen Trainers Marcelo Bielsa. Das Spiel endete 2:2, was Kap Verdes Chancen auf das Weiterkommen bei der WM erhöht.
InhaltAls sein Team 1:0 gegen Uruguay führt, zwingt ein Muskelkrampf einen Kap-Verde-Spieler zu Boden. Der Uruguayer Federico Viñas leistet zunächst Erste Hilfe – bis er erkennt, dass sein Team ein Tor erzielen kann. Beim Vorrundenspiel zwischen Uruguay und Kap Verde bei der Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada ist es zu einer Kontroverse wegen Fairplay gekommen. Beim Spielstand von 1:0 für den Außenseiter Kap Verde ging Telmo Arcanjo, Mittelfeldspieler bei dem WM-Neuling, wegen eines Muskelkrampfes zu Boden. Der uruguayische Stürmer Federico Viñas verhielt sich zunächst fair und half seinem Gegner, den Krampf rauszudehnen. Als Viñas jedoch sah, dass für seine Mannschaft gerade ein aussichtsreicher Angriff entstand, ließ er das Bein des Kap-Verde-Spielers einfach fallen und lief schnell mit in den Strafraum. Genau bei diesem Angriff in der 44. Minute fiel das Tor zum 1:1 durch Maxi Araujo. "Mein Gegenspieler brauchte mich. Aber mein Team brauchte mich noch mehr", rechtfertigte Viñas hinterher sein Verhalten. Kap Verdes Trainer Bubista wollte das nicht so stehen lassen. "Ich war verärgert über diese Szene", sagte er. "Denn Marcelo Bielsa (Uruguays Trainer) lebt uns in jeder Pressekonferenz und in jedem Spiel Fair Play vor. Von ihm haben wir alle gelernt, was Fair Play bedeutet." Bielsa wurde 2019 mit dem Fair-Play-Preis des Weltverbands Fifa ausgezeichnet. Er hatte seine damalige Mannschaft Leeds United angewiesen, ohne Gegenwehr ein Tor des Gegners Aston Villa zuzulassen. Leeds hatte unmittelbar zuvor getroffen, als ein Villa-Spieler verletzt am Boden lag. Nach dem WM-Spiel in Miami fragte Bubista seinen Trainerkollegen nach eigenen Angaben, warum er diesmal nichts unternahm. Eine Antwort erhielt er offenbar nicht. Das Spiel endete 2:2, für Kap Verde war es nach dem überraschenden 0:0 gegen Titelfavorit Spanien bereits der zweite Punktgewinn. Somit ist der afrikanische Inselstaat weiterhin im Rennen ums Sechzehntelfinale. Am letzten Gruppenspieltag trifft Kap Verde auf Saudi-Arabien.