Trump prophezeite Rücktritt von Premier Starmer

Datum22.06.2026 10:55

Quellewww.spiegel.de

TLDRBritanniens Premierminister Keir Starmer tritt aufgrund parteiinternen Drucks zurück. Dies erfolgte, nachdem US-Präsident Donald Trump Starmer öffentlich abmahnte und dessen Rücktritt prophezeite, kritisierte ihn für seine Einwanderungs- und Energiepolitik. Trotz dessen, dass die Downing Street einen Austausch zwischen beiden dementierte, wird vermutet, dass Starmers Haltung im Iran-Konflikt eine Rolle spielte. Starmer war zuletzt mit internen Herausforderungen, insbesondere durch Andy Burnham, und schlechten Wahlergebnissen konfrontiert.

InhaltKeir Starmer hat seinen Rückzug als britischer Premier angekündigt. Noch vor der Starmer-Rede verabschiedete US-Präsident Trump den Labour-Chef öffentlich. Der britische Premierminister Keir Starmer hat seinen Rücktritt angekündigt. Der Labour-Politiker beugt sich damit dem seit Monaten steigenden Druck aus seiner eigenen Partei. Noch bevor Starmer sich an die Öffentlichkeit wendete, hatte Donald Trump bereits öffentlich eine Prognose abgegeben. Der US-Präsident schrieb am Sonntag auf seiner Onlineplattform Truth Social: "Keir Starmer wird als Premierminister des Vereinigten Königreichs zurücktreten." Starmer habe "bei zwei sehr wichtigen Themen kläglich versagt – Einwanderung und Energie", erklärte Trump weiter. Er fügte hinzu: "Ich wünsche ihm alles Gute." Worauf der US-Präsident seine Äußerungen stützte, sagte er nicht. Seine Spitzen gegen Starmer dürften jedoch auch mit dessen abgrenzender Haltung gegenüber Trump im Irankonflikt zu tun haben. Trump hatte unter anderem erbost, dass der Premier ihm zunächst die Nutzung britischer Militärbasen für die ersten Angriffe auf Iran untersagt hatte. Aus der Downing Street hieß es laut der britischen BBC, es habe keinen Austausch zwischen Trump und Starmer zu seiner politischen Zukunft gegeben. Der Druck auf Starmer, im Juli 2024 ins Amt gewählt, war zuletzt deutlich gestiegen, unter anderem hatte er mit den Folgen einer empfindlichen Niederlage seiner Labour-Partei bei den Kommunal- und Regionalwahlen im Mai zu kämpfen. Sein parteiinterner Konkurrent Andy Burnham, der bei einer Nachwahl in Nordengland kürzlich ein Parlamentsmandat eroberte, hatte Starmer offen herausgefordert und will ihn als Partei- und Regierungschef ablösen. Die britische Sonntagszeitung "The Observer" titelte bereits am Wochenende, Starmer werde voraussichtlich am Montag seinen Rücktritt erklären und dabei "einen Zeitplan für seinen Abschied" vorstellen – so kam es nun auch. Nach Angaben des "Guardian" wird der wahrscheinlichste Zeitplan vorsehen, dass Starmer bis nach dem Sommer im Amt bleibt und der neue Vorsitzende auf dem Labour-Parteitag Ende September gewählt wird.