Datum22.06.2026 08:04
Quellewww.zeit.de
TLDRLitauen lobt den Aufbau der deutschen Bundeswehrbrigade, der sogar vor dem Zeitplan liegt. Bis Ende 2027 soll die Brigade mit 4.800 Soldaten einsatzbereit sein. Verteidigungsminister Pistorius schließt nicht aus, Soldaten für den Dienst zu verpflichten, falls Freiwillige fehlen, insbesondere in Spezialbereichen. Der Aufbau gilt als Meilenstein für die deutsch-litauischen Beziehungen an der Nato-Ostgrenze.
InhaltDer Aufbau der Bundeswehrbrigade in Litauen verläuft schneller als geplant. Pistorius schließt dennoch nicht aus, Soldaten zum Dienst in Litauen zu verpflichten. Litauens Verteidigungsminister Robert Kaunas hat kurz vor einem geplanten Besuch seines deutschen Amtskollegen Boris Pistorius (SPD) den Aufbau der Bundeswehrbrigade in dem baltischen EU- und Nato-Land gewürdigt. "Beim Aufbau der deutschen Brigade läuft alles nach Plan. Mit Blick auf die erste Aufbauphase liegen wir sogar zehn Monate vor dem Plan", sagte Kaunas der Zeitung Welt. "Das heißt, dass wir sehr weit beim Aufbau der Infrastruktur sind und früher mit der zweiten Phase beginnen können." Kaunas bezeichnete die Stationierung der Brigade in seinem Land als "Meilenstein für die deutsch-litauischen Beziehungen". Die Panzerbrigade 45, wie die Litauen-Brigade offiziell heißt, wurde im April 2025 in den Dienst gestellt. Ihre volle Truppenstärke von 4.800 Soldatinnen und Soldaten und 200 zivilen Angestellten soll sie bis Ende 2027 erreichen und dann einsatzbereit sein. Bislang sind rund 1.800 Angehörige der Bundeswehr in Litauen stationiert. Um die anvisierte Personalstärke zu erreichen, will die Bundeswehr auf Freiwilligkeit setzen – aber nur, wenn dies ausreicht. Pistorius sagte in ARD-Sendung Bericht aus Berlin, dass er zwar davon ausgehe, genügend Freiwillige für den Dienst in Litauen zu finden. Es werde aber wahrscheinlich einen Prozentsatz geben, der verpflichtet werden müsse, sagte der SPD-Politiker. "Das ist dann eine Frage der Einsatzbereitschaft vor Ort an der Ostflanke. Entscheidend ist für mich, dass die Brigade am Ende steht und ihren Auftrag erfüllen kann." Engpässe gibt es demnach vor allem in Spezialbereichen wie Technik, Logistik oder der ABC-Abwehr (Abwehr atomarer, biologischer und chemischer Waffen). Dort sei der Kreis möglicher Bewerber deutlich kleiner als bei den Kampftruppen, sagte Pistorius. Sollten die Freiwilligenzahlen nicht ausreichen, gebe es zunächst Personalgespräche. 2Und im Zweifel wird dann auch eine Verpflichtung ausgesprochen", kündigte der Verteidigungsminister an. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.